Ukraine

Selenskyj überrascht beim Gipfel in Madrid

Überraschungsbesuch in Spanien: Selenskyj wirbt plötzlich weit über Madrid hinaus um neue Hilfe gegen Putins Krieg.

05.11.2026, 19:28 Uhr

US-Präsident Donald Trump hat nach einem Treffen mit Kremlunterhändler Kirill Dmitrijew im Weißen Haus ein weitreichendes Abkommen zur Ukraine in Aussicht gestellt. Russland reagierte darauf jedoch zurückhaltend. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, aus Europa sei bislang keine Bereitschaft erkennbar, über ein künftiges Sicherheitssystem auf dem Kontinent zu sprechen. Zudem hätten die Europäer bisher nicht einmal einen gemeinsamen Verhandlungsführer benannt.

Nach Angaben aus Berlin telefonierte Trump in der Nacht auch mit Bundeskanzler Friedrich Merz. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte anschließend, der Prozess für Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gewinne an Dynamik. Zugleich sei ein neues Gefühl der Dringlichkeit entstanden.

Berlin pocht auf europäische Beteiligung

Kommende Woche wollen Ukraine und Russland in Abu Dhabi unter Vermittlung der USA erstmals seit Februar wieder über eine mögliche Beendigung des Krieges sprechen. Europa sitzt dabei zunächst nicht mit am Tisch.

Die Bundesregierung macht jedoch deutlich, dass ein solcher Prozess nicht dauerhaft ohne europäische Beteiligung auskommen könne. Kornelius betonte, mit Washington bestehe in wesentlichen Punkten Einigkeit: Zunächst müsse der Krieg beendet werden, danach müsse über eine neue europäische Sicherheitsordnung gesprochen werden. Zudem müssten die Nato-Partner bei zentralen Fragen im Konsens eingebunden sein. Gespräche über Frieden in der Ukraine ohne Europa seien nicht zielführend, weil sie den Kontinent unmittelbar beträfen.

Trump hatte das Treffen mit Dmitrijew als Schritt zu einem „großen Abkommen“ bezeichnet. Nach seinen Worten gehe es dabei um mehr als nur die Ukraine, möglicherweise sogar um ganz Europa. Vertreter der Ukraine, die ebenfalls nach Washington gereist waren, traf Trump nach eigenen Angaben nicht.

Kreml sieht Europa künftig dennoch am Tisch

Trotz der aktuellen Distanz signalisiert Moskau Offenheit für eine spätere europäische Mitwirkung. Peskow sagte, es gehe nicht nur um ein Kriegsende, sondern auch um die künftige Sicherheitsarchitektur in Europa sowie um gegenseitige Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der Ukraine. Deshalb werde ein Gespräch mit den Europäern notwendig sein. Russland erwarte, dass die EU dafür einen Verhandlungsführer benennt.

Dmitrijew nahm in Washington außerdem an einem Empfang von First Lady Melania Trump teil. Dort wurde laut russischer Darstellung der Erfolg einer mehrtägigen Waffenruhe samt humanitärer Hilfsaktion für die von russischen Truppen besetzte Frontstadt Oleschky im Gebiet Cherson gewürdigt. Melania Trump übergab ihm demnach auch einen Brief für Kremlchef Wladimir Putin. Mit den Ergebnissen seiner Gespräche und dem Schreiben wird Dmitrijew nun in Moskau erwartet.

Weitere Gespräche in Brüssel über Sicherheitsgarantien

Die US-Regierung versteht sich unter Trump als Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Einen entscheidenden Durchbruch konnte Trump bislang jedoch nicht vorweisen. Seine Annäherung an Moskau hatte zuletzt auch in den USA Kritik ausgelöst.

Unterdessen berichtete Trumps Schwiegersohn Jared Kushner auf X von Gesprächen, die die USA am Donnerstag in Brüssel mit Vertretern der Ukraine, der Nato und europäischen Partnern geführt hätten. Im Mittelpunkt hätten zwei Themen gestanden, die er als Grundlage für einen dauerhaften Frieden bezeichnete: Sicherheitsgarantien für die Ukraine und eine umfassendere europäische Sicherheitsarchitektur.

Konkrete Details nannte Kushner nicht. Ziel sei es, mit Vereinbarungen auf die Sicherheitsinteressen aller Seiten einzugehen und das Risiko künftiger Konflikte zu verringern. Offizielle Angaben aus Brüssel zu diesen Gesprächen gab es zunächst nicht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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