Paraguays Präsident Santiago Peña hat seinen Rücktritt angekündigt. In einer Fernsehansprache erklärte er, dieser Schritt diene der Stabilität des Landes.
Auslöser ist eine schwere Banken- und Regierungskrise rund um die Digitalbank Ueno. Der Skandal hat das südamerikanische Land politisch erschüttert.
Die Zentralbank leitete ein Abwicklungsverfahren gegen Ueno ein, nachdem die Eigenkapitalquote der Bank auf weniger als die Hälfte des vorgeschriebenen Mindestwertes gefallen war. In der Folge konnten Kundinnen und Kunden zeitweise nicht auf ihre Konten zugreifen.
„Heute gibt es nur eine Priorität: die Ruhe der Paraguayer, die ihre Ersparnisse unserem Finanzsystem anvertraut haben“, sagte Peña. Sein größter Wunsch sei, dass die Auszahlung der Gelder gesichert werde. Zugleich bat er die Bevölkerung um Entschuldigung, falls er Fehler gemacht habe.
Kritik wegen früherer Verbindungen zu Ueno
Peña war zuletzt wegen seiner früheren geschäftlichen Beziehungen zu Ueno unter Druck geraten. Bis März 2025 hielt er Anteile an der Muttergesellschaft der Bank. Vorwürfe möglicher Interessenkonflikte hatte er zuvor zurückgewiesen.
Die Opposition beantragte bereits ein laufendes Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten. Auch Zentralbankchef Carvallo musste zuvor zurücktreten, weil ihm wegen einer früheren Führungsrolle bei Ueno ebenfalls ein Interessenkonflikt vorgeworfen wurde.
Millionen Menschen betroffen
Nach Angaben der Bank hatte Ueno im ersten Quartal 2,8 Millionen Kundinnen und Kunden und zählt damit zu den größten Geldhäusern Paraguays. Das entspricht rund 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung des Landes.
Über die derzeit eingefrorenen Konten wurden auch Rentenzahlungen abgewickelt. In der Hauptstadt Asunción kam es bereits zu Straßenprotesten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber