Deutsche Telekom wächst dank US-Geschäft deutlich
Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Quartal vor allem wegen der starken Entwicklung ihrer US-Tochter T-Mobile US spürbar zugelegt. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Zugleich hob das Unternehmen seinen Ausblick für das laufende Jahr erneut leicht an.
Auch die Aktionäre sollen profitieren: Die Dividende soll um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie steigen. Darüber hinaus plant der Dax-Konzern, auch im kommenden Jahr eigene Aktien zurückzukaufen. Das angekündigte Rückkaufvolumen von bis zu zwei Milliarden Euro sorgte am Markt allerdings eher für verhaltene Reaktionen.
Trotz der insgesamt positiven Geschäftszahlen zählte die Telekom-Aktie am Donnerstag zu den wenigen Verlierern im Dax. Belastend wirkte vor allem die schwächere Entwicklung der T-Mobile-US-Aktie. Diese stand zuletzt unter Druck, nachdem SpaceX aus dem Einflussbereich von Elon Musk Mobilfunkfrequenzen erworben hatte und damit als zusätzlicher Konkurrent auftreten könnte.
Die Deutsche Telekom hält weiterhin etwas mehr als 50 Prozent an T-Mobile US. Das Aktienpaket an der US-Tochter, die ihre Zahlen bereits Ende Oktober veröffentlicht hatte, hat umgerechnet einen Wert von mehr als 80 Milliarden Euro.
Im dritten Quartal konnte Konzernchef Timotheus Höttges insgesamt starke Ergebnisse vorlegen. Der Umsatz stieg um 7,5 Prozent auf gut 31 Milliarden Euro. Ohne Währungseffekte lag das Plus bei 5,5 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn erhöhte sich um knapp zehn Prozent auf rund 12,2 Milliarden Euro.
Größter Anteilseigner der Deutschen Telekom bleibt der deutsche Staat mit knapp 30 Prozent der Aktien. Laut einem Bericht des Handelsblatts verfolgt Höttges zudem weiterhin entschlossen das Ziel einer vollständigen Fusion mit T-Mobile US. Ein solcher Schritt wäre eine der größten Zusammenschlüsse zweier börsennotierter Unternehmen. Derzeit soll es vor allem darum gehen, dafür die Unterstützung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der Bundesregierung zu gewinnen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber