Munich Re erzielt Rekordgewinn im ersten Halbjahr
Der Rückversicherungskonzern Munich Re hat in den ersten sechs Monaten des Jahres einen Gewinn von 3,9 Milliarden Euro verbucht und damit so viel verdient wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Wie das Dax-Unternehmen mitteilte, profitierte es neben dem weiterhin soliden Geschäft vor allem davon, dass große Schäden durch Naturereignisse und vom Menschen verursachte Katastrophen weitgehend ausblieben. Die Belastung durch Großschäden fiel demnach ungewöhnlich niedrig aus.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum legte der Gewinn damit um knapp 22 Prozent zu. Schon im ersten Halbjahr 2025 waren die Schäden geringer ausgefallen als ursprünglich erwartet.
Das Kerngeschäft von Munich Re ist die Rückversicherung. Dabei sichern sich Erstversicherer wie etwa die Allianz selbst gegen hohe Risiken ab. Gerade bei Naturkatastrophen ist diese Form der Absicherung besonders wichtig, weil solche Ereignisse enorme finanzielle Folgen haben können. Ein starkes erstes Halbjahr lässt allerdings keine sicheren Rückschlüsse auf die zweite Jahreshälfte zu.
Hurrikansaison und El Niño bleiben Unsicherheitsfaktoren
Mit Blick auf die kommenden Monate verweist der Konzern auf mögliche Risiken durch die beginnende Wirbelsturmsaison im Nordatlantik und im Pazifik. Im Pazifik rechnen Experten in diesem Jahr mit einer El-Niño-Phase und damit mit deutlich erhöhten Wassertemperaturen. Nach Einschätzung der Geowissenschaftler von Munich Re könnte das die Zahl der Taifune erhöhen, die unter anderem China, Japan, Taiwan und Teile Südostasiens treffen.
Im Nordatlantik könnte El Niño dagegen eher zu einer geringeren Zahl an Hurrikanen führen, die sonst häufig die US-Ostküste und die Karibik bedrohen. Langfristig steigen die Schäden durch Naturkatastrophen zwar an, auch infolge der globalen Erwärmung. Dennoch gibt es immer wieder einzelne Jahre, in denen die Natur vergleichsweise glimpflich verläuft.
Für Munich Re bedeutet das starke erste Halbjahr vor allem zusätzlichen finanziellen Spielraum. Der Vorstand peilt für das Gesamtjahr weiterhin einen Gewinn von 6,3 Milliarden Euro an. Nach den bereits erzielten 3,9 Milliarden müsste der Konzern in der zweiten Jahreshälfte noch 2,4 Milliarden Euro verdienen, um dieses Ziel zu erreichen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber