Wirtschaft

Meta muss 567 Millionen für Kinder blechen

Knallhartes Social-Media-Limit für Kinder in New Mexico: 90 Stunden pro Woche, nachts kein Ping – Meta läuft Sturm.

07.08.2026, 13:29 Uhr

Gericht in New Mexico verpflichtet Meta zu hohen Zahlungen und strengeren Regeln für Minderjährige

Nach einem Urteil im US-Bundesstaat New Mexico soll der Facebook-Mutterkonzern Meta mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar in einen Hilfsfonds für Kinder einzahlen, die durch soziale Medien geschädigt wurden. Zusätzlich muss das Unternehmen dort neue Beschränkungen für Nutzerinnen und Nutzer unter 18 Jahren umsetzen. Vorgesehen ist unter anderem, dass Minderjährige Facebook und Instagram nur noch bis zu 90 Stunden pro Woche nutzen können. Meta kündigte an, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Auslöser des Verfahrens war eine Klage des Generalstaatsanwalts von New Mexico, Raúl Torrez. Er warf Meta vor, Kinder nicht ausreichend vor sexueller Ausbeutung geschützt zu haben. Bereits im März hatten Geschworene entschieden, dass der Konzern gegen Verbraucherschutzgesetze des Bundesstaates verstoßen habe. Damals wurde eine Strafzahlung von 375 Millionen Dollar verhängt. Nun kommen weitere 567 Millionen Dollar hinzu, die in einen Fonds fließen sollen. Davon sind 420 Millionen Dollar für therapeutische Angebote vorgesehen.

Deutlich strengere Vorgaben bei Benachrichtigungen

Darüber hinaus sieht das Urteil weitere Einschränkungen für unter 18-Jährige in New Mexico vor. So sollen sie zwischen 22 Uhr abends und 7 Uhr morgens grundsätzlich keine Push-Mitteilungen mehr über Facebook oder Instagram erhalten. An Schultagen sollen Benachrichtigungen außerdem auch zwischen 8 Uhr und 15 Uhr deaktiviert bleiben. Zusätzlich sollen Kinder und Jugendliche in dem Bundesstaat keine Angaben mehr über die Anzahl von „Likes“ sehen können.

Zu Meta gehören neben Facebook und Instagram auch WhatsApp sowie die Plattform Threads, die als Alternative zu X positioniert wird.

Meta sieht sich in den USA mit zahlreichen Klagen konfrontiert, in denen dem Unternehmen vorgeworfen wird, junge Menschen nicht ausreichend zu schützen. Erst im März mussten Meta und die Google-Videoplattform YouTube in einem möglicherweise richtungsweisenden Verfahren zum Suchtpotenzial von Online-Diensten einen Rückschlag hinnehmen. Geschworene in Los Angeles kamen damals zu dem Ergebnis, dass die Plattformen fahrlässig gehandelt und Nutzer nicht ausreichend über mögliche Risiken informiert hätten. Auch gegen dieses Urteil wollen die betroffenen Unternehmen vorgehen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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