Wirtschaft

Merkel träumt von KI-Roboter für daheim

Merkel und KI: Nutzt die Ex-Kanzlerin heimlich Chatbots – und wovon träumt sie bei Robotern für zu Hause?

08.09.2026, 14:59 Uhr

Merkel hofft auf KI-Helfer für den Haushalt

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kann sich gut vorstellen, im Alter von einem KI-gestützten Roboter im Alltag unterstützt zu werden. Auf der Digitalmesse Digital X der Deutschen Telekom in Köln sagte sie, es wäre für sie ein Wunsch, wenn solche Systeme später einmal Aufgaben im Haushalt übernehmen könnten.

Als Beispiel nannte Merkel die Erfahrung mit ihrer Mutter: Im Alter seien selbst einfache Handgriffe schwerer gefallen. Sie habe sich damals gefragt, warum es keine technische Hilfe gebe, die etwa beim Auspressen einer Zitrone einspringen könne.

Technik aus ihrer Sicht noch nicht ausgereift

Zugleich äußerte sich Merkel skeptisch zum aktuellen Stand solcher Roboter. Vieles wirke bislang nur auf den ersten Blick beeindruckend, tatsächlich sei die Entwicklung aber noch nicht weit genug. Sie wolle keinen Helfer, der große Entlastung verspreche, am Ende aber mehr Arbeit verursache, weil er sich etwa in einer fremden Küche nicht zurechtfinde.

Wichtig wäre ihr deshalb, dass ein solcher Roboter sich dank Künstlicher Intelligenz unkompliziert einrichten lässt. Sie wolle nicht erst monatelang brauchen, bis das Gerät überhaupt funktioniere.

KI als Chance für Medizin, Bildung und Alltag

Im Gespräch mit der Publizistin Miriam Meckel sprach Merkel über Freiheit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Insgesamt bewertet sie KI positiv. Vor allem in der Medizin sieht sie großes Potenzial. Ihrer Einschätzung nach kann die Technologie das Leben vieler Menschen verbessern.

Auch im Bildungsbereich könne KI sinnvoll eingesetzt werden, sagte Merkel. Ebenso könne sie älteren Menschen im Alltag helfen, etwa wenn es darum gehe, technische Geräte wie einen neuen Fernseher einzurichten.

Merkel fordert internationale Regeln und mehr Transparenz

Gleichzeitig mahnte die Altkanzlerin mehr internationale Abstimmung beim Umgang mit KI an. Ähnlich wie es bei der Atomenergie mit der Internationalen Atomenergiebehörde oder im Gesundheitsbereich mit der WHO internationale Strukturen gebe, brauche es auch bei Künstlicher Intelligenz gemeinsame Regeln.

Merkel warnte davor, Risiken zu verschweigen oder Erfahrungen nicht zu teilen. Ohne ausreichende Transparenz der Tech-Unternehmen drohe eine schwer kalkulierbare Entwicklung. Außerdem könne dadurch eine problematische Abhängigkeit von wenigen großen Anbietern entstehen.

Chatbot nutzt sie, Reden schreibt sie selbst

Grundsätzlich ist Merkel überzeugt, dass KI den Alltag künftig prägen wird. Man werde mit dieser Technologie leben müssen, sagte sie, und sie werde vieles verbessern.

Einen KI-Chatbot nutzt sie nach eigener Aussage bereits, wenn auch eher in begrenztem Umfang. Beim Verfassen von Reden lasse sie sich damit Informationen aus dem Internet zusammentragen. Den eigentlichen Text schreibe sie jedoch weiterhin selbst.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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