Bayern will Vereine steuerlich deutlich entlasten
Nach dem Willen der bayerischen Staatsregierung sollen Vereine in Deutschland spürbar weniger finanzielle und bürokratische Lasten tragen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erklärte nach einer Kabinettssitzung in München, die Abgaben für Vereine müssten deutlich gesenkt werden. Dazu hat der Ministerrat eine Bundesratsinitiative beschlossen, mit der auf Bundesebene höhere Freibeträge und einfachere Regeln für Vereine erreicht werden sollen.
Kern des Vorstoßes sind zwei steuerliche Änderungen: Der Gewinnfreibetrag, der etwa bei Vereinsfesten oder Jubiläumsfeiern gemeinnütziger Organisationen gilt, soll von bislang 5.000 auf 10.000 Euro steigen. Bis zu dieser Höhe würden dann keine Steuern anfallen. Außerdem soll die Besteuerungsgrenze auf 100.000 Euro angehoben und damit ebenfalls verdoppelt werden.
Vereine als wichtige Säule des Gemeinwesens
Finanzminister Albert Füracker (CSU) betonte die gesellschaftliche Bedeutung von Ehrenamt und Vereinsleben. Sie stärkten den Zusammenhalt im Land und seien ein unverzichtbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens. Wer sich für das Gemeinwohl engagiere, müsse deshalb auch staatliche Unterstützung erfahren.
Nach Ansicht Fürackers sollten sich Vereine vor allem auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können, statt durch immer neue Vorgaben belastet zu werden. Sein Leitgedanke: mehr Vereinsarbeit, weniger Bürokratie. Deshalb setzt sich Bayern auch dafür ein, dass kleine gemeinnützige Vereine künftig eine vereinfachte Steuererklärung abgeben können.
Darüber hinaus will die Staatsregierung die Pflicht zur sogenannten zeitnahen Mittelverwendung vollständig abschaffen. Einen entsprechenden Vorschlag hatte der Bund bereits vor zwei Jahren selbst ins Spiel gebracht.
Gemeinnützige Vereine profitieren zwar schon heute von zahlreichen Steuererleichterungen. Diese sind jedoch oft mit umfangreichen Nachweisen und Erklärungen verbunden. Genau dieser Verwaltungsaufwand soll nach den Plänen aus Bayern künftig deutlich sinken.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber