Wirtschaft

Mehr Geld vom Bund: Rettet das die Güterbahn?

Mehr Güter auf die Schiene – doch ausgerechnet der Schlüssel dazu ist extrem teuer. Woran der Plan jetzt zu scheitern droht.

28.08.2026, 14:54 Uhr

Bund stockt Förderung für Schienengüterverkehr deutlich auf

Die Bundesregierung erhöht ihre Unterstützung für den Schienengüterverkehr. Wie das Bundesverkehrsministerium mitteilte, soll die Förderung des sogenannten Einzelwagenverkehrs noch in diesem Jahr um bis zu 84 Millionen Euro wachsen. Darauf hätten sich Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) geeinigt.

Mit dem zusätzlichen Geld sollen Anreize geschaffen werden, den Einzelwagenverkehr auch außerhalb großer Zentren zu sichern und mehr Transporte von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Einzelne Waggons werden zu Ganzzügen gebündelt

Beim Einzelwagenverkehr holen Bahnen einzelne Güterwagen direkt bei Unternehmen ab. Diese werden in Rangierbahnhöfen zu längeren Zügen zusammengestellt und am Bestimmungsort wieder getrennt.

Bilger betonte, dieses System sei für viele Firmen unverzichtbar, weil es auch kleinere Transportmengen per Bahn ermögliche und Unternehmen im ganzen Land an das Schienennetz anbinde. Zugleich sei der Einzelwagenverkehr aufwendig und kostenintensiv, für die Wirtschaft aber ein wichtiger Teil funktionierender Transportketten.

Nach Angaben des Ministeriums wird die höhere Förderung möglich, weil nicht genutzte Haushaltsmittel aus sogenannten Ausgaberesten zur Verfügung stehen. Für 2026 summiert sich die Unterstützung damit auf bis zu 384 Millionen Euro.

Allianz pro Schiene fordert Rücknahme geplanter Kürzungen

Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, bewertete die Entscheidung als wichtiges Signal für Güterbahnen und verladen­de Unternehmen in Deutschland. Gerade nach den Problemen durch Niedrigwasser am Rhein komme die zusätzliche Hilfe zur richtigen Zeit und stärke den Wirtschaftsstandort.

Zugleich mahnte Flege weiteren Handlungsbedarf für das kommende Jahr an. Der Bundestag müsse die von der Bundesregierung vorgesehenen Kürzungen für 2027 in Höhe von 26 Millionen Euro zurücknehmen und die Förderung erneut auf ein vergleichbares Niveau anheben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen