Nvidia und Wall-Street-Investoren planen Milliardenoffensive für KI-Infrastruktur
Nvidia will gemeinsam mit mehreren großen Finanzhäusern der Wall Street gewaltige Summen für den Ausbau von Infrastruktur rund um Künstliche Intelligenz bereitstellen. Ziel ist es, mindestens 500 Milliarden US-Dollar an Kapital für Fonds einzuwerben, die vor allem den Aufbau neuer Rechenzentren mit Nvidia-Technologie finanzieren sollen.
Zu den beteiligten Partnern zählen unter anderem Goldman Sachs sowie die Investmentgesellschaften Apollo, Blackrock und KKR. Offen blieb zunächst, in welchem Zeitraum die angestrebten Mittel zusammenkommen sollen.
Nvidia als zentraler Profiteur
Nvidia dominiert derzeit den Markt für Chipsysteme, die beim Training und Einsatz von KI-Anwendungen benötigt werden. Gleichzeitig investieren große Technologiekonzerne wie Amazon, Google, Microsoft und Meta bereits enorme Beträge in neue KI-Rechenzentren.
Nach Angaben von Nvidia-Chef Jensen Huang sollen die geplanten Fonds nicht nur große Betreiber, sondern auch KI-Labore und junge Unternehmen unterstützen. Nvidia hatte sich in den vergangenen Monaten zudem teils direkt an KI-Firmen beteiligt, die ihre Einnahmen wiederum in Technik des Konzerns investierten. Solche Verflechtungen wurden von Teilen des Marktes kritisch gesehen.
Aufbau kostet Milliarden
Huang verwies darauf, dass der Bau von Rechenzentren mit einem Strombedarf von einem Gigawatt Investitionen von rund 50 bis 60 Milliarden US-Dollar erfordere. Blackrock-Chef Larry Fink erklärte, nach aktuellen Schätzungen würden allein in den USA KI-Rechenzentren mit einer Leistung von mehr als 70 Gigawatt benötigt.
Goldman-Sachs-Chef David Solomon machte deutlich, dass der KI-Boom nicht für alle Marktteilnehmer gleichermaßen erfolgreich verlaufen werde. Es werde Gewinner und Verlierer geben. Die beteiligten Unternehmen gehen dennoch davon aus, dass Rechenkapazität künftig als eigene Anlageklasse für Investoren an Bedeutung gewinnen wird.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber