Die Initiative „Made for Germany“ plant, bis 2028 insgesamt mehr als 850 Milliarden Euro in den Wirtschaftsstandort Deutschland zu lenken. Nach Angaben des Bündnisses haben sich inzwischen 147 Unternehmen und Investoren angeschlossen. Die Zwischenbilanz wurde vor einem heutigen Treffen in Berlin mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorgestellt. Bereits im Jahr 2025 seien davon über 200 Milliarden Euro investiert worden. Die Botschaft der Initiative lautet weiterhin: Deutschland bleibt ein attraktiver Investitionsstandort.
Zwar hätten einzelne Unternehmen ihre Vorhaben angepasst, insgesamt seien die Investitionszusagen der bis Februar beigetretenen Firmen jedoch netto um einen niedrigen zweistelligen Milliardenbetrag gewachsen. Besonders Energieunternehmen und Investoren hätten ihre Zusagen erhöht, während Infrastrukturbetreiber zurückhaltender geworden seien. Auch in der Pharmabranche habe die Investitionsdynamik nachgelassen.
Politik und Wirtschaft suchen den Schulterschluss
Bereits beim ersten Treffen der Initiative im Juli 2025 hatte Merz die enge Zusammenarbeit mit führenden Wirtschaftsvertretern betont und das Projekt als eine der größten Investitionsoffensiven der vergangenen Jahrzehnte bezeichnet. Damals hatten 61 Unternehmen und Investoren Investitionen von mindestens 631 Milliarden Euro bis 2028 in Aussicht gestellt. Offen blieb jedoch schon zu diesem Zeitpunkt, welcher Anteil tatsächlich zusätzlich zu ohnehin geplanten Investitionen entstehen würde.
Die von Unternehmen wie Siemens und der Deutschen Bank mit angestoßene Initiative erneuerte nun ihre Forderungen an die Politik. Aus Sicht des Bündnisses brauche es Reformen, die Unternehmen und Bürger entlasten, neue Technologien voranbringen und die Kapitalmärkte stärken. So könne privates Kapital schneller in Innovation, Infrastruktur und Arbeitsplätze fließen.
Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing sagte, die Mitgliedsunternehmen stünden klar zum Standort Deutschland, zugleich sei auch das Interesse ausländischer Investoren groß. Voraussetzung für weitere Investitionen seien jedoch verlässliche Rahmenbedingungen.
Auch Siemens-Chef Roland Busch zeigte sich zuversichtlich. Deutschland verfüge über alles, was für neues Wachstum nötig sei. Nun komme es darauf an, Reformen zügig umzusetzen und insbesondere die Chancen der industriellen Künstlichen Intelligenz konsequent zu nutzen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber