Importpreise in Deutschland steigen im August kräftiger als prognostiziert
Die Kosten für nach Deutschland eingeführte Waren sind im August infolge des Iran-Kriegs deutlicher gestiegen als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lagen die Einfuhrpreise um 8,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das war der stärkste Anstieg im Jahresvergleich seit Dezember 2022. Analysten hatten lediglich mit einem Plus von 8,0 Prozent gerechnet.
Haupttreiber der Entwicklung waren erneut die Energiepreise, die sich im Vergleich zum Vorjahr um 43,0 Prozent verteuerten. Gegenüber Juli 2026 ergab sich hier ein Anstieg von 7,5 Prozent. Auch Vorleistungsgüter wurden teurer: Sie kosteten 11,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und 0,6 Prozent mehr als im Vormonat.
Im Monatsvergleich erhöhte sich der Importpreisindex im August um 1,0 Prozent. Auch dieser Zuwachs fiel stärker aus als von Experten erwartet. Importpreise gelten als wichtiger Faktor für die weitere Preisentwicklung, da sie sich häufig auch auf die Verbraucherpreise auswirken, an denen die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik orientiert.
Weil die deutsche Wirtschaft in hohem Maß auf Rohstoffimporte angewiesen ist, können steigende Einfuhrkosten die Inflation insgesamt anheizen. Angesichts sehr hoher Preise für Diesel und Benzin könnte die Inflationsrate in Deutschland im September über 3,0 Prozent steigen. Das wäre der höchste Wert seit Ende 2023. Die offiziellen Zahlen dazu will das Statistische Bundesamt an diesem Mittwoch veröffentlichen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber