Wirtschaft

BMWs Wasserstoff-Coup in Leipzig

Premiere in Leipzig: BMW zapft bald Wasserstoff per Pipeline an – und könnte damit der Autoindustrie einen Schritt voraus sein.

30.09.2026, 13:08 Uhr

BMW will sein Werk in Leipzig an das geplante deutsche Wasserstoff-Kernnetz anbinden. Nach Angaben des Unternehmens könnte der Standort damit als erstes Automobilwerk weltweit direkt über eine Pipeline mit Wasserstoff beliefert werden. Die rund zwei Kilometer lange Leitung soll in der ersten Hälfte des Jahres 2028 fertig sein.

Das bundesweite Wasserstoff-Kernnetz befindet sich noch im Aufbau. Bis 2032 sollen in Deutschland etwa 9.000 Kilometer Leitungen entstehen, um wichtige Industriestandorte, Speicher, Produktionsanlagen und Importterminals miteinander zu verknüpfen. Dafür sollen teilweise auch bestehende Erdgasleitungen umgerüstet werden. Laut Bundeswirtschaftsministerium wird das Netz schrittweise ausgebaut.

Wasserstoff für die Lackiererei

BMW bewertet den direkten Netzanschluss seines Leipziger Werks als wichtigen Schritt zur Verringerung von CO2-Emissionen. Der Einsatz von Wasserstoff soll die Dekarbonisierung des Standorts voranbringen. Der Bau der Pipeline wird mit Mitteln der EU und des Freistaats Sachsen unterstützt.

Wie BMW mitteilt, wird Wasserstoff am Standort bereits seit 2013 genutzt. Aktuell sind dort rund 230 Gabelstapler und Zugfahrzeuge mit Brennstoffzellen im Einsatz. Zudem verwendet das Werk den Energieträger seit etwa vier Jahren in der Lackiererei. Mit dem künftigen Anschluss an das Kernnetz könnte Wasserstoff jedoch in deutlich größerem Umfang eingesetzt werden. Vor allem bei energieintensiven Anwendungen, etwa in den Trocknungsanlagen der Lackiererei, soll er perspektivisch Erdgas ersetzen.

BMW-Werk Leipzig wird an Wasserstoff-Netz angeschlossen
Die Pipeline soll das Werk klimafreundlicher machen. Quelle: Jan Woitas/dpa

Im Leipziger Werk arbeiten nach Unternehmensangaben derzeit rund 6.800 Menschen. Produziert werden dort der BMW 1er, zwei Modelle der 2er-Reihe sowie der Mini Countryman.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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