Harry und Meghan kritisieren mutmaßliches Verhalten von Fotografen an Schule ihrer Kinder
Prinz Harry und Herzogin Meghan haben einen mutmaßlichen Vorfall im Umfeld der Schule ihrer Kinder scharf verurteilt. Über einen Sprecher ließ das Paar mitteilen, ein solches Vorgehen sei nicht nur ein unzulässiger Eingriff in die Privatsphäre von Minderjährigen, sondern gerade im Bereich einer Schule besonders verantwortungslos.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Familie sollen sowohl das private Sicherheitsteam als auch Schulmitarbeiter zwei junge Männer mit Rucksäcken dabei beobachtet haben, wie sie um das Gelände liefen und es offenbar auskundschafteten. Später seien die beiden demnach als Fotografen identifiziert worden. Der Sprecher nannte das Verhalten „außergewöhnlich rücksichtslos“.
Die Sussexes betonten, es gebe einen deutlichen Unterschied zwischen legitimer Medienberichterstattung und Personen, die an der Außenbegrenzung einer Schule entlanggingen, anhielten, auf das Gelände spähten und Kinder in ihrem Schulalltag beobachteten.
Schule der Kinder bleibt geheim
Archie und Lilibet gehen seit September in England zur Schule. Der Name der Einrichtung wird nicht öffentlich gemacht. Nach dpa-Informationen hatten die Kinder ihre Schule allerdings schon kurz nach Beginn des Schuljahres gewechselt: Nur wenige Tage nach dem Start entschied sich die Familie demnach wegen Sicherheitsbedenken gegen die ursprünglich vorgesehene Schule.
Der vorübergehende Umzug von Harry und Meghan mit ihrer Familie nach Großbritannien für mindestens mehrere Monate hatte dort großes Medieninteresse ausgelöst. Wochenlang war spekuliert worden, welche Schule die beiden Kinder besuchen würden.
Deutliche Worte aus dem Umfeld der Sussexes
Ein Sprecher des Paares erklärte, ganz gleich, welche Bilder die mutmaßlichen Fotografen hätten machen wollen: Das Vorgehen sei ein unakzeptabler Eingriff in die Privatsphäre von Kindern und zugleich unverantwortliches Verhalten im Umfeld einer Schule.
Aus dem Umfeld der Familie hieß es weiter, es sei bereits beunruhigend genug, dass bestimmte europäische Paparazzi offenbar nicht bereit seien, die Privatsphäre von Kindern in der Schule zu respektieren. Ob Behörden den mutmaßlichen Vorfall untersuchen, ist bislang nicht bestätigt.
Heikles Thema für Harry
Für Harry ist der Umgang der Medien mit seiner Familie seit Jahren ein besonders sensibles Thema. Der Sohn von König Charles III. streitet seit Langem mit Boulevardverlagen über aus seiner Sicht mindestens rücksichtlose Recherchemethode. In einem großen Verfahren, das er zuletzt verlor, gehörte er zu mehreren prominenten Klägern.
Zudem macht Harry die Paparazzi, die einst das Auto seiner Mutter Prinzessin Diana verfolgten, mitverantwortlich für den tödlichen Unfall in Paris.
Sprecher verweist auf Vorfall nahe RAF Fairford
Zusätzliche Brisanz erhält der mutmaßliche Zwischenfall laut dem Sprecher auch deshalb, weil die Schule nicht nur von den Sussex-Kindern besucht werde, sondern ebenso von Kindern amerikanischer Familien mit Verbindungen zu einer nahe gelegenen US-Militäreinrichtung.
In der Nähe des von US-Streitkräften genutzten Stützpunkts RAF Fairford waren am Wochenende fünf Männer unter Terrorverdacht festgenommen worden. Inzwischen sind sie unter Auflagen wieder auf freiem Fuß.
Der Sprecher erklärte, ein Verhalten wie das der mutmaßlichen Fotografen zeuge unter diesen besonderen Umständen und so kurz nach dem Vorfall bei RAF Fairford von außergewöhnlich schlechtem Urteilsvermögen. Ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber