Wirtschaft

Kartoffel-Schock: Preise schießen hoch

Dürre-Schock bei Kartoffeln: Die Ernte bricht um ein Viertel ein, die Knollen bleiben klein – und an der Kasse wird’s schon teurer.

15.10.2026, 08:55 Uhr

Kartoffeln in Deutschland spürbar teurer

Kartoffeln kosten in Deutschland deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Verbraucherpreise im September um 11,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit verteuerten sie sich wesentlich stärker als die allgemeine Inflation, die bei 3,3 Prozent lag.

Ursache ist vor allem die deutlich kleinere Ernte. Nachdem 2025 mit 13,9 Millionen Tonnen noch ein besonders starkes Kartoffeljahr war, werden im laufenden Jahr nach vorläufigen Ergebnissen nur noch 10,4 Millionen Tonnen erwartet. Das entspricht einem Rückgang um rund ein Viertel. Weniger Kartoffeln wurden zuletzt 2018 geerntet, damals waren es 8,9 Millionen Tonnen.

Verantwortlich für die schwächere Ernte 2026 sind zum einen die um 11,1 Prozent kleinere Anbaufläche, zum anderen die Trockenheit. Wegen der Dürre blieben viele Kartoffeln kleiner. Im Durchschnitt konnten die Betriebe deshalb nur noch 38,9 Tonnen pro Hektar ernten, nachdem es zuvor noch 46 Tonnen pro Hektar gewesen waren.

Die geringere Menge hat die Preise bereits auf Erzeugerebene stark nach oben getrieben. Im August bekamen Landwirte für Kartoffeln 61,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Einen so kräftigen Anstieg gab es in diesem Bereich seit drei Jahren nicht mehr. Bei pflanzlichen Erzeugnissen insgesamt erhöhten sich die Produzentenpreise um 12,3 Prozent. Solche Aufschläge werden üblicherweise über den Handel an die Verbraucher weitergegeben.

Trotz der aktuellen Knappheit gilt Deutschland bei Kartoffeln grundsätzlich als weitgehend selbstversorgend.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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