Hunderte Stellen bei Hellweg und BayWa-Zentralen vor dem Aus
Im Zuge der Sanierung der insolventen Baumarktkette Hellweg sowie ihrer Tochter BayWa Bau- & Gartenmärkte müssen voraussichtlich mehrere hundert Beschäftigte in den Zentralen in Dortmund und Garching ihren Arbeitsplatz aufgeben. Nach Angaben der Sanierungsgeschäftsführung soll zwar ein großer Teil der Filialen an neue Betreiber übergehen, doch damit werde die Schließung der bisherigen Unternehmenssitze verbunden sein. Insgesamt sind davon rund 340 Mitarbeitende betroffen.
Hellweg hatte die vor allem in Süddeutschland aktiven BayWa Bau- & Gartenmärkte bereits 2012 von dem Agrar- und Handelskonzern BayWa übernommen und durfte die Standorte unter dem bekannten Namen weiterführen. Mitte Juni 2026 beantragten die betroffenen Gesellschaften beim Amtsgericht Essen ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Als Ursachen für die wirtschaftlichen Probleme nannte das Management unter anderem gestörte Lieferketten, geopolitische Belastungen, die schwache Konsumlaune, steigende Mieten und höhere Kosten infolge der Inflation. Der Betrieb in den Märkten wurde seitdem fortgesetzt.
Derzeit noch 114 Standorte in Betrieb
Nach Unternehmensangaben betreibt Hellweg aktuell noch 68 Märkte, vor allem in der Region Rhein-Ruhr sowie in Berlin, und beschäftigt rund 2.900 Menschen. Dazu kommen 46 BayWa Bau- & Gartenmärkte mit etwa 1.300 Beschäftigten.
Laut den Sanierungsgeschäftsführern der Kanzlei Görg stieß die Suche nach Investoren auf reges Interesse. Für wesentliche Teile des Filialnetzes beider Unternehmen lägen bereits Kaufangebote mehrerer Interessenten vor. Sobald die zuständigen Gläubigerausschüsse zustimmen, soll die vertragliche Umsetzung in den kommenden Tagen erfolgen.
Fortführung unter unterschiedlichen Marken geplant
Nach Unternehmensangaben beziehen sich einige Gebote auf überschneidende Filialpakete. Unterschiede gebe es sowohl bei der Zahl der Standorte, die übernommen werden sollen, als auch bei den Konzepten für den künftigen Betrieb. Deshalb sollen die Baumärkte künftig nicht unter einer einheitlichen neuen Dachmarke weitergeführt werden, sondern unter verschiedenen Marken. Namen wurden bislang nicht genannt.
Für einen Teil der Standorte ist der Investorenprozess noch nicht abgeschlossen. Deshalb steht derzeit auch noch nicht fest, welche Filialen an welche Betreiber gehen. Dazu wollen die Verantwortlichen voraussichtlich in etwa zwei Wochen nähere Informationen veröffentlichen. Für Märkte, für die bislang kein konkretes Angebot vorliegt, werde weiter nach Investoren gesucht. Ziel sei es, bis Ende August auch dort Lösungen zu finden.
Löhne und Gehälter bis Ende November gesichert
Die Geschäftsführung betonte zudem, dass die Finanzierung des laufenden Betriebs für die nächsten Monate gesichert sei. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten könnten demnach auch nach dem Ende des Insolvenzgeldzeitraums bis einschließlich Ende November 2026 gezahlt werden. Das gelte ebenfalls für Mitarbeitende in den Zentralen sowie an Standorten, für die am Ende keine Übernahme zustande kommen sollte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber