Wirtschaft

Millionenbetrug bei Bankkunden: So flog das Netzwerk auf

Millionen weg! Nach Razzien in Deutschland und Brasilien klicken bei mutmaßlichen Online-Bankbetrügern die Handschellen.

14.08.2026, 12:15 Uhr

Internationale Ermittler zerschlagen mutmaßliche Online-Banking-Betrüger

Dem Bundeskriminalamt und der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ist nach eigenen Angaben gemeinsam mit brasilianischen Behörden ein Schlag gegen eine international agierende Betrügergruppe gelungen. Nach jahrelangen Ermittlungen sei ein kriminelles Netzwerk identifiziert und mehrere Verdächtige festgenommen worden.

Im Zusammenhang mit mutmaßlichem Computerbetrug beim Online-Banking wurden demnach drei Beschuldigte in Europa ausfindig gemacht. Gegen sie wird nun in Spanien und Bulgarien vorgegangen. In Brasilien fand zudem am Donnerstag mit Unterstützung des BKA ein größerer Polizeieinsatz statt. Dabei nahmen die Einsatzkräfte vier mutmaßliche Mitglieder der Gruppe fest und durchsuchten 21 Objekte in sieben Städten.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, im November 2023 innerhalb weniger Tage zahlreiche unberechtigte Abbuchungen von Konten deutscher Online-Banking-Kunden vorgenommen zu haben. Der entstandene Schaden soll sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Schwachstelle nach Softwarefehler ausgenutzt

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen nutzten die Täter gezielt eine Lücke im Buchungsablauf eines Zahlungsdienstleisters aus. Diese soll infolge eines fehlerhaften Softwareupdates entstanden sein. Ein Großteil des erbeuteten Geldes wurde laut Behörden nach Brasilien transferiert und dort nach verschiedenen Verschleierungsmaßnahmen ausgezahlt.

Ein kleinerer Teil der Beute wurde nach ähnlichem Muster in vier weiteren europäischen Ländern bewegt. Welche Banken betroffen waren und wie viele Kundinnen und Kunden in Deutschland geschädigt wurden, teilten die Ermittler bislang nicht mit. Die in Brasilien gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in die weiteren Untersuchungen in Deutschland einfließen.

Der Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, Oberstaatsanwalt Benjamin Krause, wertete den Ermittlungserfolg als deutliches Signal: Cyberkriminelle könnten sich auch über Ländergrenzen hinweg nicht sicher fühlen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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