Zwei schwere Waldbrände beschäftigen Spanien weiter
In Spanien kämpfen Einsatzkräfte weiterhin gegen zwei große Waldbrände. Besonders kritisch ist die Lage in der südwestlichen Provinz Huelva, wo ein Feuer seit mehr als einer Woche brennt. Nach Angaben der andalusischen Regionalregierung wurden dort bereits rund 31.000 Hektar zerstört – eine Fläche in etwa so groß wie München.
Der Brand in der Nähe der Kleinstadt Niebla, etwa 60 Kilometer nordwestlich von Sevilla, hat sich zuletzt jedoch etwas entschärft. Der stellvertretende Regionalpräsident Antonio Sanz erklärte, große Teile der Brandlinien seien inzwischen unter Kontrolle. Für umliegende Ortschaften bestehe derzeit keine unmittelbare Gefahr mehr.
Verschlechtert hat sich dagegen die Situation bei Las Peñas de Riglos in der nordöstlichen Region Aragonien. Nachdem mehrere Glutnester erneut aufflammten, mussten in der Nacht vier weitere Dörfer mit zusammen 127 Einwohnern geräumt werden. Insgesamt stieg die Zahl der Evakuierten damit auf etwa 1.000 Menschen. In der Provinz Huesca hat das Feuer laut Behörden bereits rund 10.000 Hektar Wald- und Buschfläche vernichtet.
Historisches Kloster bedroht
Die Flammen gefährden unter anderem das traditionsreiche Kloster San Juan de la Peña. Kunstwerke von hohem Wert sowie Königsgräber wurden vorsorglich gesichert. Ein 28-jähriger Mann wurde als mutmaßlicher Brandverursacher festgenommen. Nach bisherigen Erkenntnissen könnte das Feuer auf einem Lagerplatz für Baumaterial an einer Landstraße entstanden sein.

Besonders heftige Waldbrandsaison
Spanien erlebt in diesem Jahr eine außergewöhnlich schwere Saison mit Wald- und Vegetationsbränden. Nach Daten des Umweltministeriums wurden seit Jahresbeginn bereits mindestens 226.000 Hektar Vegetation zerstört. Das sind etwa 38 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Wie das Waldbrandportal Incendios Forestales mitteilte, waren am Freitag landesweit 40 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Bekannte Touristenregionen des beliebten Urlaubslandes blieben bislang jedoch größtenteils verschont.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber