Krause bereitet sich auf seinen ersten Wiesn-Anstich vor
Für Münchens neuen Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) beginnt die entscheidende Phase vor dem Oktoberfest: Etwas mehr als fünf Wochen vor dem Start der Wiesn absolvierte er bei der Paulaner-Brauerei in Langwied sein erstes Training zum Anzapfen.
Wie schon frühere Rathauschefs ließ sich Krause zeigen, worauf es dabei ankommt. Am 19. September soll er im Schottenhamel-Zelt vor Kameras und tausenden Besucherinnen und Besuchern das erste Fass möglichst souverän und ohne größere Bierdusche öffnen. Krause, der erst seit gut 100 Tagen im Amt ist, betonte, er habe zwar bereits als Zweiter Bürgermeister mehrfach angezapft, auch auf dem Oktoberfest, doch der offizielle Wiesn-Anstich sei noch einmal etwas Besonderes.
Übung mit verschiedenen Fässern
Anzapftrainer Markus Hübner ließ den neuen OB an Fässern unterschiedlicher Größe üben. Dabei erklärte er, dass es einige typische Fehler gebe. So könne etwa der Zapfhahn schief ansetzen, wodurch das Bier unkontrolliert herausschieße. Ein gewisses Spritzen sei allerdings ganz normal. Entscheidend seien Gefühl und Routine — deshalb spiele das Training eine wichtige Rolle. Als Ideal gelten in München zwei Schläge.
Zwei Schläge als Maßstab
Dass Münchner Oberbürgermeister vor dem Oktoberfest bei Paulaner trainieren, hat eine lange Tradition, auch wenn darüber früher eher diskret gesprochen wurde.
Wie viele Schläge ein Stadtoberhaupt für den Anstich braucht, gilt bei der live im Fernsehen übertragenen Eröffnung als wichtiger Gradmesser. Ex-Oberbürgermeister Christian Ude schaffte 2005 als erster Münchner OB den Anstich mit nur zwei Schlägen.

Sein Einstieg war allerdings deutlich holpriger: Bei seinem ersten Anstich 1993 waren nach dem sechsten Schlag bereits Rufe zum Aufhören zu hören, doch erst ein weiterer Versuch machte den Weg frei für sein "Ozapft is". Dem früheren Oberbürgermeister Thomas Wimmer werden bei seinem ersten öffentlichen Anstich sogar mindestens 17 Schläge zugeschrieben.
Krause startet vielversprechend
Trainer Hübner zeigte sich mit Krauses erstem Übungstermin zufrieden: Nach seiner Einschätzung gelangen alle Fässer mit nur zwei Schlägen. Krause selbst verglich die Situation mit einem Elfmeter im Fußball: Auch wenn man es schon oft gemacht habe, sei es sinnvoll, vorher noch einmal zu üben, wenn später deutlich mehr Menschen zuschauen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber