Saibari stellt sich beim FC Bayern vor: Vielsprachig, ehrgeizig und bereit für den Start
Ismael Saibari hat seinen neuen Kollegen beim FC Bayern schon vor dem ersten Pflichtspiel etwas voraus: enorme Sprachvielfalt. Bei seiner Präsentation in München erzählte der marokkanische Nationalspieler mit einem Lächeln, dass er Englisch, Spanisch, Französisch, Arabisch und Niederländisch beherrscht. Fast wirkte es überraschend, dass er seine erste Medienrunde an der Säbener Straße nicht direkt auf Deutsch hielt.
Der 25-Jährige soll in München zu einem wichtigen Baustein für die ambitionierten Ziele werden. Beim deutschen Rekordmeister hofft man, mit ihm im Rennen um Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League noch schwerer ausrechenbar zu sein. Sportvorstand Max Eberl sprach von einem Spieler, der der Mannschaft etwas geben könne, was zuletzt gefehlt habe. Entsprechend zufrieden präsentierte er den offensiven Neuzugang, der intern offenbar als absoluter Wunschtransfer galt.
Einsatz gegen Leipzig noch offen
Saibari selbst macht nach seiner Verletzung bei der Weltmeisterschaft einen zuversichtlichen Eindruck. Nach eigener Aussage fühlt er sich wieder gut und trainiert seit Wochen vollständig mit der Mannschaft. Ob er bereits im Testspiel am Samstag gegen RB Leipzig zum Einsatz kommen kann, ließ er allerdings offen. Zunächst wolle er noch Rücksprache mit den Medizinern halten.
Für Medienberichten zufolge rund 55 Millionen Euro wechselte der Offensivspieler von der PSV Eindhoven nach München. Beim FC Bayern unterschrieb er einen Vertrag über fünf Jahre bis 2031. Geplant ist, dass er dem Angriffsspiel mehr Variabilität verleiht.

Flexibel in der Offensive einsetzbar
Auf die Frage nach seiner Lieblingsposition legte sich Saibari nicht fest. Er betonte, dass er auf mehreren Positionen spielen könne und ihm das keine große Rolle spiele. Auch Eberl hob hervor, dass sowohl Saibari als auch Neuzugang Nathaniel Brown durch ihre Vielseitigkeit wertvoll seien und unterschiedliche Qualitäten einbringen.
Saibari sieht die starre Einteilung ohnehin gelassen. Im modernen Fußball würden die Positionen während eines Spiels ständig wechseln, egal ob links, rechts oder zentral. Mit Trainer Vincent Kompany habe es dazu bislang noch kein ausführliches Gespräch gegeben, weil für ihn zuletzt vor allem die Rückkehr nach seiner Verletzung im Mittelpunkt stand. Er rechne aber damit, das bald mit dem Coach genauer zu besprechen.
Verletzung bei der WM stoppte starken Lauf
Bei der Weltmeisterschaft in Nordamerika hatte sich Saibari im Achtelfinale gegen Kanada beim 3:0 eine Verletzung am Oberschenkel zugezogen. Deshalb verpasste er das Viertelfinale gegen Frankreich, das Marokko mit 0:2 verlor. Bis dahin gehörte er zu den auffälligsten Akteuren seines Teams und erzielte drei Treffer.
Beeindruckende Geschichte seit der Kindheit
Seinen Wechsel zum FC Bayern erklärte Saibari mit der Größe des Vereins und der Spielidee, die gut zu ihm passe. Zudem spüre er in München Vertrauen und die Chance, sich sowohl sportlich als auch persönlich weiterzuentwickeln.
Dass er einmal im Spitzenfußball landen würde, war in seiner Kindheit keineswegs selbstverständlich. Saibari kam mit einer Fehlstellung der Füße zur Welt. Ärzte waren damals sogar unsicher, ob er später überhaupt normal würde laufen können. Durch Behandlungen und spezielle Hilfen konnte das Problem jedoch korrigiert werden.
Der Offensivspieler sprach deshalb mit großer Dankbarkeit über seine Familie. Seine Eltern hätten viel auf sich genommen, damit er überhaupt beschwerdefrei leben könne. Nun will Saibari beim FC Bayern zeigen, dass aus diesem schwierigen Start nicht nur ein Profifußballer, sondern ein Spieler auf höchstem Niveau geworden ist.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber