Wirtschaft

Jeder Koffer weg? Das kostet Airlines

Ein verlorener Koffer frisst den Gewinn von bis zu 30 Tickets – warum Gepäckchaos für Airlines so teuer wird.

29.06.2026, 14:46 Uhr

Verlorenes Gepäck kostet Airlines Milliarden

Geht ein Koffer verloren oder wird beschädigt, kann das für Fluggesellschaften teuer werden. Nach Angaben des Genfer Dienstleisters Sita liegen die durchschnittlichen Kosten pro betroffenem Gepäckstück bei rund 260 US-Dollar, also knapp 230 Euro.

Sita verweist auf eine einfache Rechnung: Im Schnitt bleiben Airlines nach Abzug aller Kosten nur etwa 8 Dollar Gewinn pro Passagier. Damit kann schon ein einziges verlorenes oder beschädigtes Gepäckstück den Ertrag von bis zu 30 verkauften Tickets aufzehren. Weltweit summieren sich die Belastungen laut dem neuen Gepäck-Report auf rund 6,3 Milliarden Dollar pro Jahr. Im Vorjahr waren es allerdings noch 7,9 Milliarden Dollar.

Erfasst werden in der Statistik vor allem fehlgeleitete oder verspätet zugestellte Gepäckstücke, die mehr als drei Viertel aller Fälle ausmachen. Hinzu kommen beschädigte Koffer mit einem Anteil von 21 Prozent sowie endgültig verschwundene Gepäckstücke, die 4 Prozent ausmachen.

Mehr Datenvernetzung, weniger Probleme

Insgesamt nimmt die Zahl der Gepäckprobleme laut Sita weiter ab. Im vergangenen Jahr sank sie im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent. Auch gegenüber dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 gab es weniger Zwischenfälle, obwohl 2025 mehr Passagiere unterwegs waren.

Zum Vergleich: 2019 wurden weltweit bei gut 4,5 Milliarden Fluggästen rund 26 Millionen Gepäckstücke verloren oder beschädigt. 2025 waren es bei knapp 5 Milliarden Passagieren noch 24 Millionen.

Nach Einschätzung von Sita lassen sich viele Probleme vermeiden oder schneller beheben, wenn Fluggesellschaften, Flughäfen und Dienstleister ihre Daten besser miteinander verknüpfen. So könne der Standort jedes einzelnen Gepäckstücks jederzeit nachvollzogen werden. Auch Anwendungen auf Basis Künstlicher Intelligenz könnten dabei unterstützen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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