Tatjana Maria ist erfolgreich in das Rasenturnier von Wimbledon gestartet. Die 38 Jahre alte Tennisspielerin aus Bad Saulgau gewann ihr Auftaktmatch gegen die Kasachin Julia Putinzewa mit 6:4, 6:4. Damit erreichte die Deutsche erstmals seit ihrem überraschenden Halbfinaleinzug vor vier Jahren wieder die zweite Runde des Klassikers.
Auch Jan-Lennard Struff durfte zum Auftakt jubeln. Der 36 Jahre alte Sauerländer rang den Argentinier Sebastian Baez nach einem spannenden Fünf-Satz-Match mit 6:1, 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 7:5 nieder. Struff hatte zunächst mit 2:0 Sätzen geführt, musste dann aber doch noch in den entscheidenden Durchgang. Dort drehte er einen 1:3-Rückstand und setzte sich nach 2:57 Stunden durch.
Mit der Familie auf der Tribüne
Nach ihrem starken Auftritt in Eastbourne, wo sie in der vergangenen Woche das Finale erreicht hatte, knüpfte Maria nahtlos an ihre gute Form an. Unterstützt von ihrem Ehemann und Trainer Charles-Édouard sowie ihren Töchtern Charlotte und Cecilia setzte sie Putinzewa mit ihrem variablen Spiel stark unter Druck. Vor allem ihre unterschnittenen Bälle auf Vor- und Rückhand, dazu gezielte Stoppbälle und sichere Abschlüsse am Netz, brachten der Deutschen den Erfolg.
Maria betonte nach der Partie, dass sie Tennis zwar sehr liebe, für sie aber die Rolle als Mutter an erster Stelle stehe. Gerade weil es auch ihren Kindern auf der Tour gefalle, mache ihr das Reisen und Spielen besonders viel Freude.
"Es war ein Auf und Ab. Es ging hin und her. Ich bin wirklich zufrieden mit meiner Performance, dass ich im Kopf klar geblieben bin, dass ich gut aufgeschlagen habe und in zwei Sätzen gewinnen konnte", sagte Maria anschließend.
Schwankungen im ersten Durchgang
Im ersten Satz erwischte Maria zunächst den besseren Start und ging 3:0 in Führung. Danach verlor sie jedoch vier Spiele nacheinander. Die zweifache Mutter fing sich aber schnell wieder, fand zu ihrem Rhythmus zurück und sicherte sich den Satz noch mit 6:4.
Im zweiten Abschnitt gelang der Rasenspezialistin beim Stand von 2:1 das entscheidende Break. Diesen Vorsprung verteidigte sie konsequent bis zum Ende. Gegen Ende der Partie hatte Maria eine kleine blutige Wunde am Bein, wollte ihren Spielfluss aber nicht unterbrechen lassen. Einen ersten Matchball beim Stand von 5:3 konnte Putinzewa noch abwehren, kurz darauf machte Maria den Sieg perfekt.
Direkt nach dem Finale von Eastbourne wieder gefordert
Erst am Samstag hatte Maria noch im Finale des WTA-Turniers von Eastbourne gestanden, dort aber gegen die US-Amerikanerin Madison Keys den Titel verpasst. Nun darf sie wie Struff am Mittwoch erneut ran. In der zweiten Runde trifft Maria auf die Amerikanerin Iva Jovic.
Struff kämpft sich eindrucksvoll durch
Struff legte gegen Baez mit einem klaren ersten Satz und einem gewonnenen Tiebreak im zweiten Durchgang stark los. Danach kippte die Partie jedoch, Baez glich mit zwei Satzgewinnen aus. Im fünften Satz geriet der Deutsche sogar mit 1:3 in Rückstand, kämpfte sich aber zurück und verwandelte schließlich zum umjubelten Auftaktsieg.
Zverev startet am Dienstag
Insgesamt sind neun deutsche Tennisprofis beim Turnier in Wimbledon am Start. Alexander Zverev beginnt sein Turnier am Dienstag mit seiner Erstrundenpartie gegen den Belgier Alexander Blockx.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber