Wirtschaft

IW: Wärmepumpe jetzt Deutschlands Heizungs-König

Überraschende Wende im Heizungskeller: Wärmepumpen ziehen an Gas und Öl vorbei – ein Experte nennt die Gründe.

15.07.2026, 17:11 Uhr

Wärmepumpen beim Heizungstausch erstmals vorn

Wärmepumpen haben sich 2025 in deutschen Wohngebäuden zur wichtigsten Lösung beim Austausch alter Heizungen entwickelt. Nach einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wurden sie damit erstmals häufiger eingebaut als klassische, meist fossil betriebene Heizkessel.

Den Daten zufolge ließen 3,4 Prozent der selbstnutzenden Eigentümerhaushalte im vergangenen Jahr ihre Heizung erneuern. In 1,9 Prozent der Fälle fiel die Wahl auf eine Wärmepumpe – und damit auf denselben Wert wie schon 2024. Deutlich rückläufig war dagegen der Einbau von Kesselheizungen: Hier sank die Quote von 3 auf 1,4 Prozent. Neue Fernwärmeanschlüsse blieben mit 0,1 Prozent weiterhin selten.

IW-Experte Ralph Henger spricht von einer klaren Wende bei der Heizungsmodernisierung. Als Gründe nennt er vor allem die derzeit vergleichsweise niedrigen Heizkosten von Wärmepumpen. Außerdem könnten viele Anlagen in den Sommermonaten auch zur Kühlung genutzt werden, wodurch oft keine zusätzliche Klimaanlage nötig sei. Für 2026 rechnet Henger damit, dass Wärmepumpen ihre Spitzenposition nicht nur behaupten, sondern weiter ausbauen.

Insgesamt weniger neue Heizungen eingebaut

Zugleich wurden 2025 insgesamt weniger Heizungen in Wohngebäuden installiert. Nach Einschätzung der Fachleute ging die Einbaurate gegenüber dem Vorjahr von rund 5 auf 3,4 Prozent zurück. Grundlage ist ein Bericht des Kopernikus-Projekts Ariadne, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird und an dem auch das IW beteiligt ist. Seit 2021 werden dafür jedes Jahr 15.000 Haushalte befragt.

Auch im Neubau dominieren Wärmepumpen

Nicht nur bei Sanierungen, sondern auch bei Neubauten wächst die Bedeutung der Technik weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts, die im Juni veröffentlicht wurden, werden knapp drei Viertel der etwa 58.900 im Jahr 2025 fertiggestellten Wohngebäude überwiegend mit Wärmepumpen beheizt. Der Anteil lag bei 73,6 Prozent und hat sich damit innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt.

Staatliche Förderung wird schrittweise reduziert

Wer auf eine Wärmepumpe oder eine andere klimafreundliche Heizung umsteigt, muss sich in den kommenden Jahren auf niedrigere staatliche Zuschüsse einstellen. Derzeit sind beim Heizungstausch Förderungen von bis zu 70 Prozent möglich. Der maximale Investitionskostenzuschuss liegt bislang bei bis zu 21.000 Euro der förderfähigen Kosten. Bis 2030 soll dieser Betrag schrittweise um mehrere Tausend Euro sinken. Die Bundesregierung verweist dabei auch auf den Sparbedarf im Haushalt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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