Wirtschaft

Illegale Müllexporte: Unternehmer landet im Gefängnis

700 Tonnen Müll heimlich ins Ausland geschafft – jetzt landet der Entsorgungs-Chef für Jahre hinter Gittern.

22.10.2026, 15:17 Uhr

Urteil nach illegalen Müllexporten ins Ausland

Ein Entsorgungsunternehmer aus der Oberpfalz ist wegen unerlaubter Transporte von mehr als 700 Tonnen Abfall ins Ausland zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Weiden teilte zudem mit, dass ein 57-jähriger Mitangeklagter eine Bewährungsstrafe erhielt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Im Prozess ging es um verbotene Abfallverbringungen, vor allem nach Tschechien, teils auch nach Polen. Der Fall hatte bis in höchste politische Ebenen für Aufsehen gesorgt. Nachdem die Transporte bekannt geworden waren, veranlasste Bayern die Rückholung des Mülls und dessen ordnungsgemäße Entsorgung. Für die Rückführung von 600 Tonnen Abfall fielen dem Freistaat Kosten von rund 600.000 Euro an. Davon soll der Hauptangeklagte 100.000 Euro übernehmen.

Kunststoffe, Batterien und Teile von Windkraftanlagen

Nach Angaben des Gerichts umfasste der Fall etwa 620 Tonnen nicht gefährlicher Abfälle, überwiegend verschiedene Kunststoffe. Hinzu kamen rund 140 Tonnen gefährlicher Müll, vor allem Batterien und daraus entstandene Abfallstoffe. Grundlage des Urteils waren insgesamt 30 Transporte.

Der frühere Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmens, das Standorte in Weiden und im Landkreis Schwandorf hatte, hatte die Vorwürfe bereits zum Prozessauftakt im Juni im Wesentlichen eingeräumt. Die inzwischen insolvente Firma, die sich in Abwicklung befindet, war auf Entsorgung und Recycling spezialisiert, unter anderem von Teilen zerlegter Flugzeuge, alten Windkraftanlagen und Altbatterien.

Prozess um illegale Müllexporte nach Tschechien
Wegen illegaler Müllexporte nach Tschechien stand der Ex-Geschäftsführer einer Entsorgungsfirma aus der Oberpfalz vor Gericht. (Archivbild) Quelle: Armin Weigel/dpa

Der 57-jährige Mitangeklagte war der tschechische Geschäftspartner und soll in 20 Fällen die Lieferungen organisiert haben. Gegen ihn verhängte das Gericht eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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