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Neuer KI-Preis: Diese Bücher gewinnen

KI kann Bücher aus Preisen werfen – oder zum Sieg führen: Der neue Prix Pascal sucht französische Manuskripte. Wer darf mitmachen?

22.10.2026, 14:51 Uhr

Literaturpreis für mit KI verfasste Texte gestartet

Mit dem Prix Pascal ist in Frankreich ein neuer Literaturpreis ins Leben gerufen worden, der ausdrücklich Arbeiten auszeichnet, die mithilfe Künstlicher Intelligenz entstanden sind. Wie auf der offiziellen Webseite des Wettbewerbs mitgeteilt wird, können bis Ende November unveröffentlichte Texte in französischer Sprache eingereicht werden. Teilnehmen darf grundsätzlich jede und jeder, unabhängig von Herkunft oder literarischer Vorerfahrung. Ein Verlag ist für die Bewerbung nicht nötig. Der Wettbewerb läuft seit Dienstag.

Debatte um KI in der Literatur

Wie viel Raum KI in der Literatur einnehmen sollte, wird in der Buchbranche seit einiger Zeit intensiv diskutiert. Erst im September war ein Roman wegen des Verdachts auf KI-Nutzung aus der Auswahl für den renommierten Prix Goncourt entfernt worden. Die Académie Goncourt strich damals „C’était ça ou mourir“ des kanadisch-haitianischen Autors Thélyson Orélien von ihrer Liste.

Später beendete auch Oréliens kanadischer Verlag die Zusammenarbeit. Nach Angaben des Hauses hatten neue Hinweise den Verdacht verstärkt, dass beim Schreiben des Romans KI eingesetzt worden war. Wie groß dieser Einfluss tatsächlich war, blieb jedoch offen. Orélien selbst hatte gegenüber der Zeitung „Libération“ erklärt, er habe KI lediglich zu Recherchezwecken verwendet.

Anforderungen an die eingereichten Werke

Nach Angaben der Organisatoren will der Prix Pascal Texte prämieren, die wirklich etwas Neues schaffen und nicht einfach bekannte Formate wiederholen. Das Werk soll einen Nutzen haben, aufrütteln oder auf originelle Weise zur Lösung einer ökologischen, sozialen oder ethischen Herausforderung beitragen, die die Menschheit bedroht.

Symbolbild Künstliche Intelligenz
Der Prix Pascal soll Texte auszeichnen, die etwas Neues bringen und kein Format wiederholen, das es bereits früher gegeben habe. (Symbolbild) Quelle: Matthias Bein/dpa

Zugelassen sind demnach alle großen Sprachmodelle, darunter etwa ChatGPT oder Claude. Für die Jury muss dokumentiert werden, welches Werkzeug verwendet wurde. Auch der eingesetzte Agent beziehungsweise der Prompt soll offengelegt werden. Das Manuskript soll einen Umfang von rund 300.000 Zeichen haben. Um eine faire Bewertung zu ermöglichen, erfolgt die Einreichung anonym.

Auswahl der Finalisten im November

Ende November will eine Jury die zehn Finalisten bestimmen. Die Verleihung des Prix Pascal ist für Anfang Dezember geplant. Die Gewinnerin oder der Gewinner erhält neben einem Preisgeld auch die Veröffentlichung des Werks sowie öffentliche und mediale Aufmerksamkeit.

Grundsatzfrage zur Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

Auf der Webseite des Wettbewerbs heißt es, KI sei längst in Schreibwerkstätten, Manuskripten und Buchhandlungen angekommen. Der Prix Pascal wolle deshalb die Frage aufwerfen, was ein literarisches Werk eigentlich ist, wenn Autor und Maschine gemeinsam daran arbeiten.

Benannt ist der Preis nach Blaise Pascal, dem französischen Mathematiker, Physiker, Philosophen und Theologen des 17. Jahrhunderts. Nach Darstellung der Initiatoren gilt er als außergewöhnliche Figur, weil er sowohl als Pionier der Maschine als auch als Meister der Sprache angesehen werde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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