Wirtschaft

Bahn-Fracht schreibt selbst 2026 noch rote Zahlen

DB Cargo droht der nächste Rückschlag: Die schwarze Null rückt in weite Ferne – und jetzt könnte sogar die EU eingreifen.

17.09.2026, 09:56 Uhr

DB Cargo dürfte auch 2025 rote Zahlen schreiben

Die angeschlagene Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn, DB Cargo, wird nach eigenen Angaben die von der EU-Kommission verlangte schwarze Null in diesem Jahr voraussichtlich nicht erreichen. Hintergrund sind einmalige Abschreibungen auf Verluste bei einer britischen Tochterfirma, die verkauft werden soll, erklärte Cargo-Chef Bernhard Osburg.

Nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld schlagen diese Wertberichtigungen mit rund 260 Millionen Euro zu Buche und verschlechtern damit das Ergebnis des Konzerns erheblich. Deshalb gilt es als sehr unwahrscheinlich, dass DB Cargo 2025 noch ohne Verlust abschließen kann.

Neue Gespräche mit Brüssel nötig

Damit dürfte das Unternehmen erneut mit der EU-Kommission verhandeln müssen. Im Rahmen eines Beihilfeverfahrens hatte Brüssel dem Konzern einen weitreichenden Sanierungsplan auferlegt. Ziel ist, dass DB Cargo ab 2026 operativ wieder Gewinne erzielt.

Das bestehende Umbauprogramm sieht unter anderem vor, in Deutschland rund 6.200 der etwa 14.000 Vollzeitstellen abzubauen. Zudem will Osburg das Geschäft stärker auf europäische Verkehre ausrichten. Gerade dieser Kurswechsel führt jedoch inzwischen zu Verzögerungen.

Nach Osburgs Worten reicht es nicht mehr aus, nur das Deutschland-Geschäft umzubauen. Das Sanierungskonzept müsse auf das gesamte Europageschäft mit 16 Auslandstöchtern ausgeweitet werden. Dabei werde genau geprüft, welche Gesellschaften für die künftige Europastrategie wirklich gebraucht werden.

Deutschland-Geschäft laut Osburg auf Kurs

Gegenüber der EU will Osburg deutlich machen, dass die Sanierung in Deutschland planmäßig vorankomme. Ohne die hohen Abschreibungen auf die britische Tochter hätte DB Cargo die schwarze Null in diesem Jahr nach seinen Angaben erreicht. Bereits im Vorjahr lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit minus 58 Millionen Euro nur knapp unter dem anvisierten Ziel.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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