Wirtschaft

Deutsche Industrie erreicht irre Auftrags-Rekordmarke

Deutschlands Industrie schöpft neue Hoffnung: Rüstung treibt den Aufschwung – und ausgerechnet diese Branche überrascht jetzt.

17.09.2026, 09:41 Uhr

Deutsche Industrie: Auftragsbestand steigt auf Rekordniveau

Die deutsche Industrie sieht angesichts weiter wachsender Auftragsbestände Anzeichen für eine mögliche Erholung nach längerer Schwächephase. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, legte der preisbereinigte Auftragsbestand im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent zu. Damit erreichte er im verarbeitenden Gewerbe erneut einen Höchststand.

Im Vergleich zum Juli des Vorjahres fiel das Plus mit 10,9 Prozent noch deutlicher aus. Schon in den Monaten zuvor hatten sich die Auftragspolster in vielen Unternehmen schrittweise vergrößert.

Auch die sogenannte Reichweite der Aufträge nahm weiter zu. Nach Angaben der Behörde liegt sie nun bei neun Monaten – so hoch wie nie seit Beginn dieser Erhebung im Jahr 2015. Der Wert beschreibt, wie lange die Betriebe bei unverändertem Umsatz arbeiten müssten, um ihre vorhandenen Bestellungen vollständig abzuarbeiten.

Flugzeuge, Schiffe und Rüstung sorgen für Schub

Besonders stark trug der Bereich „sonstiger Fahrzeugbau“ zum Anstieg bei. Dazu zählen unter anderem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge. In diesem Segment gingen zuletzt viele neue Bestellungen ein, zudem dauern Produktion und Auslieferung hier oft deutlich länger. Nach Einschätzung der Statistiker dürften auch höhere staatliche Ausgaben für Rüstung die Entwicklung beeinflusst haben.

Unterstützung kam zudem vom Maschinenbau, wo der Auftragsbestand leicht zulegte. Dagegen verzeichnete die Automobilindustrie einen Rückgang.

Vor dem Hintergrund stärkerer Exporte und umfangreicher staatlicher Investitionsprogramme haben mehrere führende Wirtschaftsinstitute ihre Erwartungen für die deutsche Konjunktur nach oben angepasst. Das Ifo-Institut rechnet für 2026 mit einem Wachstum von 1,4 Prozent. Im Jahr 2025 war das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,2 Prozent gestiegen, nachdem die Wirtschaft in den beiden Jahren zuvor geschrumpft war.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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