Ifo: Stimmung am Arbeitsmarkt verschlechtert sich erneut
Die Perspektiven für den deutschen Arbeitsmarkt haben sich im Juni wieder verschlechtert. Nach Angaben des Ifo-Instituts rechnen viele Unternehmen erneut häufiger mit einem Stellenabbau. Das Beschäftigungsbarometer fiel um 1,6 Punkte auf 92,3 Zähler und liegt damit auf einem der niedrigsten Niveaus seit der Corona-Zeit.
Ifo-Experte Klaus Wohlrabe sprach von einem weiterhin schwachen Arbeitsmarkt. Von einer dauerhaften Erholung bei der Beschäftigung könne derzeit noch keine Rede sein. Nachdem der Indikator im Mai noch deutlich zugelegt hatte, ging es nun wieder nach unten.
Besonders trüb sind die Aussichten in Industrie und Handel. In beiden Bereichen übersteigt der Anteil der Firmen mit Abbauplänen den Anteil der Unternehmen mit Einstellungsabsichten um jeweils etwa 18 Prozentpunkte. In der Industrie verbesserte sich das Barometer zwar leicht, im Handel nahm der geplante Personalabbau laut Umfrage jedoch wieder spürbar zu. Dort sank das Teilbarometer um 3,2 Punkte.
Auch im Dienstleistungssektor verschlechterte sich die Lage merklich. Hier überwiegen Betriebe mit Plänen zum Stellenabbau jene mit Einstellungsabsichten inzwischen um 4,9 Prozentpunkte. Einen Monat zuvor gab es noch etwas mehr Unternehmen mit Aufbau- als mit Abbauplänen. Besonders angespannt bleibt die Situation laut Ifo bei Zeitarbeitsfirmen und im Tourismus.
Im Baugewerbe erwarten die Wirtschaftsforscher dagegen kaum Veränderungen. Die Unternehmen wollen ihren Personalbestand dort weitgehend stabil halten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber