Wirtschaft

Großrazzia in neun Ländern: Jagd auf Schwarzarbeit

Millionenbetrug am Bau? Der Zoll stürmte bundesweit Dutzende Objekte – und machte dabei eine brisante Entdeckung.

15.07.2026, 17:21 Uhr

Zoll durchsucht bundesweit Dutzende Objekte wegen Verdachts auf Schwarzarbeit

Bei einer groß angelegten Razzia haben etwa 400 Zollbeamte 76 Objekte in neun Bundesländern durchsucht. Nach Angaben des Hauptzollamts Landshut standen mutmaßliche Fälle von Schwarzarbeit im Baugewerbe im Mittelpunkt der Aktion. Betroffen waren neben Wohnungen und Firmen der Verdächtigen auch Unternehmen, die als Auftraggeber Teil des vermuteten Betrugssystems gewesen sein sollen.

Insgesamt setzten die Ermittler 95 Durchsuchungsbeschlüsse um. Dabei wurden unter anderem Mobiltelefone, Geschäftsunterlagen und Datenträger sichergestellt. Der Einsatz war das Ergebnis monatelanger Ermittlungen des Hauptzollamts Landshut im Auftrag der dortigen Staatsanwaltschaft. Unterstützung kam unter anderem von der Berliner Steuerfahndung. Durchsuchungen fanden in Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen, Bremen und Brandenburg statt.

Sieben Männer im Visier

Die Ermittlungen richten sich gegen sieben Männer zwischen 25 und 54 Jahren aus der Baubranche. Ihnen wird vorgeworfen, Arbeitsentgelt vorenthalten zu haben beziehungsweise dabei Beihilfe geleistet zu haben.

Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Beschuldigten mit dem Handel von Schein- und Abdeckrechnungen ein System aufgebaut haben, über das Schwarzlöhne an Beschäftigte gezahlt wurden. Auf diese Weise sollen Sozialabgaben und Steuern umgangen worden sein. Der bislang bekannte Schaden für die Sozialkassen liegt laut Zoll bei mindestens 1,3 Millionen Euro.

Gegen einen der Beschuldigten wurde ein Haftbefehl vollstreckt. Ein weiterer Mann sitzt den Angaben zufolge bereits in Untersuchungshaft.

Außerdem stellten die Einsatzkräfte gefälschte Ausweisdokumente sowie verbotene Gegenstände sicher. Zudem trafen sie mehrere Arbeitnehmer ohne gültigen Aufenthaltstitel an.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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