Wirtschaft

EZB-Schock? Lagarde schließt Rücktritt nicht aus

Rücktritt nicht ausgeschlossen: Warum Christine Lagarde die EZB schon vor 2027 verlassen könnte.

03.07.2026, 12:52 Uhr

Lagarde schließt vorzeitigen Abschied von der EZB nicht aus

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat einen vorzeitigen Rückzug von ihrem Posten im Zusammenhang mit der kommenden französischen Präsidentschaftswahl nicht kategorisch ausgeschlossen. In einem Interview mit der Wirtschaftszeitung Les Echos sagte sie auf die Frage, ob ein solcher Schritt bei nachlassender Unsicherheit denkbar sei: „Das ist möglich.“ Zugleich betonte sie, in der französischen Präsidentschaftsdebatte müsse auch eine europäische Perspektive vertreten sein.

Eigentlich läuft Lagardes Amtszeit an der Spitze der Europäischen Zentralbank noch bis Oktober 2027. Mit Blick auf die derzeit angespannte Lage erklärte sie jedoch, gerade in stürmischen Zeiten müsse der „Kapitän des EZB-Schiffs“ an Bord bleiben. Damit bekräftigte sie eine frühere Aussage.

Lagarde stellte außerdem in Aussicht, in den nächsten Monaten offene Gespräche mit einzelnen französischen Präsidentschaftsbewerbern zu führen. Eine eigene Kandidatur in Frankreich sei für sie allerdings kein Thema.

Die nächste Präsidentenwahl in Frankreich ist regulär für das Frühjahr 2027 angesetzt. Amtsinhaber Emmanuel Macron darf nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht noch einmal antreten. Beobachter halten einen Erfolg des rechten Rassemblement National für möglich. Zugleich gibt es Spekulationen, Macron könnte einen vorzeitigen Wechsel an der EZB-Spitze begrüßen, um noch Einfluss auf Lagardes Nachfolge nehmen zu können.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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