Nasa startet außergewöhnliche Rettungsaktion für Forschungssatelliten
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat eine bislang einmalige Mission begonnen, um einen wichtigen Wissenschaftssatelliten vor dem Absturz zu bewahren. Dafür wurde das unbemannte Schleppraumschiff „Link“ von einem Atoll auf den Marshallinseln im Südpazifik aus gestartet. Zum Einsatz kamen dabei ein „Stargazer“-Trägerflugzeug sowie eine „Pegasus“-Rakete.
Das etwa 400 Kilogramm schwere Raumfahrzeug ist mit drei Roboterarmen, drei Haupttriebwerken und weiteren technischen Systemen ausgestattet. Seine Aufgabe besteht darin, sich dem betroffenen Satelliten anzunähern und ihn über mehrere Monate hinweg zurück in seine ursprüngliche Umlaufbahn zu bringen. Entwickelt und gebaut wurde „Link“ im Auftrag der Nasa von der US-Firma Katalyst Space. Das Budget lag bei rund 30 Millionen Dollar beziehungsweise etwa 26 Millionen Euro.
„Swift“ sammelt seit fast zwei Jahrzehnten wichtige Daten
Gerettet werden soll das unbemannte Weltraumobservatorium „Swift“, das mit drei Teleskopen ausgestattet ist. Der Satellit war im Jahr 2004 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus gestartet worden. Seitdem untersucht er vor allem sogenannte Gammablitze, also extrem energiereiche Explosionen im Universum.
Obwohl sich „Swift“ technisch weiterhin in gutem Zustand befindet, ist seine Umlaufbahn gefährdet. Ursache sind unter anderem starke geomagnetische Stürme, die durch Ausbrüche auf der Sonne ausgelöst wurden.
Wegen der großen wissenschaftlichen Bedeutung der von „Swift“ gelieferten Daten entschied sich die Nasa kurzfristig zu diesem ungewöhnlichen Rettungseinsatz. Gelingt die Mission, könnte der derzeit im Energiesparmodus befindliche Satellit ab dem Herbst wieder Forschungsdaten senden. Nach Einschätzung von Wissenschaftlern wäre dann sogar eine weitere Einsatzzeit von fünf Jahren oder länger möglich. Gleichzeitig gilt das Vorhaben als technisch schwierig und mit erheblichen Risiken verbunden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber