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RKI: 1.440 Hitzetote – Bayern im Alarm

Schon jetzt sterben in Bayern so viele Menschen an Hitze wie sonst nie – und anderswo ist die Lage noch dramatischer.

13.08.2026, 09:00 Uhr

In Bayern sind nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Jahr bereits etwa 1.440 Menschen infolge von Hitze gestorben. Damit liegt der Wert schon jetzt deutlich über dem Vergleichsjahr 2025, als im gesamten Jahr 490 Todesfälle registriert wurden. Auch in den neun Jahren davor wurden laut den Angaben nie ähnlich hohe Zahlen erreicht. Besonders gefährdet sind vor allem ältere Menschen.

Gegenüber der Vorwoche ist die aktuelle Schätzung um rund 150 Fälle gestiegen. Das RKI betont jedoch, dass die Berechnung mit Unsicherheiten verbunden ist: Für Bayern reicht die Spanne von 950 bis 1.910 Todesfällen. Die derzeitige Auswertung umfasst die Daten bis Kalenderwoche 31, also bis zum 2. August. Da der Sommer noch andauert, könnte die Zahl weiter zunehmen.

Bayern im Ländervergleich im Mittelfeld

Im bundesweiten Vergleich fällt Bayern laut RKI weniger stark auf als einige andere Länder. So wurden für Baden-Württemberg trotz geringerer Einwohnerzahl etwa 2.680 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. In Rheinland-Pfalz waren es rund 1.600, in Nordrhein-Westfalen sogar etwa 2.710. Dort dürfte allerdings auch die größere Bevölkerungszahl eine wichtige Rolle spielen.

Rechnet man die geschätzten Hitzetoten auf 100.000 Einwohner um, kommt Bayern auf einen Wert von 10,8 und liegt damit im Mittelfeld. Den höchsten Wert weist das Saarland mit 43,4 auf, den niedrigsten Schleswig-Holstein mit 2,3.

Häufig wirken Hitze und Vorerkrankungen zusammen

Deutschlandweit schätzt das RKI die Zahl der hitzebedingten Todesfälle bislang auf rund 12.500. Auch das liegt um ein Vielfaches über den Werten der vergangenen Jahre. Besonders ins Gewicht fiel offenbar die extrem heiße Phase vom 22. bis 28. Juni. In dieser Zeit gab es eine außergewöhnlich starke und länger anhaltende Hitzewelle, regional mit Temperaturen von mehr als 40 Grad. Mehrere Temperaturrekorde wurden dabei übertroffen.

Als hitzebedingt gelten nicht nur Todesfälle, bei denen hohe Temperaturen direkt zum Tod geführt haben, etwa durch einen Hitzschlag. Oft ist es vielmehr das Zusammenspiel von Hitze und bestehenden Erkrankungen, das tödlich endet. Auf Totenscheinen werde Hitze als Ursache meist nicht ausdrücklich genannt. Deshalb ermittelt das RKI die Zahl der Hitzetoten mithilfe statistischer Modellrechnungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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