Wirtschaft

Deal fix: Tante Enso schnappt sich 36 Tegut-Märkte

Tegut wird zerschlagen: Für einen Teil der Märkte ist die Entscheidung gefallen – das Kartellamt hat jetzt grünes Licht gegeben.

11.06.2026, 11:15 Uhr

Die Smart-Store-Kette Tante Enso darf 36 Supermärkte von Tegut übernehmen. Das Bundeskartellamt hat den Erwerb der Filialen von der Genossenschaft Migros Zürich freigegeben. Die betroffenen Standorte liegen vor allem in ländlichen Regionen in Hessen, Thüringen und Nordbayern. Der bisherige Eigentümer hatte bereits im März angekündigt, sich aus dem Deutschland-Geschäft zurückzuziehen und Tegut verkaufen zu wollen.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte, Tante Enso verfüge im deutschen Lebensmitteleinzelhandel bislang nur über eine vergleichsweise geringe Marktstellung und sei vor allem in ländlichen Regionen aktiv. Durch die Übernahme werde ein kleinerer Wettbewerber in einem Markt gestärkt, der von wenigen großen Unternehmensgruppen geprägt werde. Gleichzeitig könne so die Nahversorgung in den betroffenen Regionen gesichert werden.

Alle Beschäftigten werden übernommen

Tante Enso hat inzwischen auch eine Liste der 36 übernommenen Standorte veröffentlicht. Dazu zählen unter anderem Märkte in Marburg, Eschwege (beide Hessen), Schweinfurt, Gerolzhofen (beide Bayern) und Sondershausen in Thüringen. Mit 16 Filialen entfällt der größte Teil auf Hessen.

Nach Angaben des Bremer Unternehmens sollen alle neuen Filialen schrittweise in das Konzept von Tante Enso überführt werden. Zudem sollen sämtliche Beschäftigten der Tegut-Filialen übernommen werden.

Tante Enso betreibt bundesweit bislang knapp 90 halbautomatisierte Mini-Supermärkte, vor allem im ländlichen Raum. Die neu übernommenen Standorte sind in dieser Zahl noch nicht enthalten. Das Konzept ist hybrid angelegt: Die Läden sind grundsätzlich rund um die Uhr geöffnet, Personal ist jedoch nur zu bestimmten Zeiten vor Ort. Nach Angaben des Kartellamts setzte die Gruppe 2025 rund 40 Millionen Euro um.

Marke Tegut verschwindet

Die Marke Tegut soll künftig wegfallen. Noch ist offen, wie viele der Standorte am Ende tatsächlich weitergeführt werden. Rund 200 Tegut-Märkte sollen an Edeka gehen, die Rewe-Gruppe will bis zu 40 Filialen übernehmen. Auch diese Transaktionen müssen noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden. Für das Hauptprüfverfahren bei Edeka läuft die Frist noch bis Ende August, bei Rewe bis Ende September.

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet. Migros übernahm die Supermarktkette Anfang 2013. Heute ist Tegut in sechs Bundesländern vertreten, mit dem Schwerpunkt in Hessen. Laut Migros umfasst das Netz rund 340 Filialen, darunter auch 40 „Teo“-Minimärkte. Insgesamt beschäftigt Tegut knapp 7.500 Menschen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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