Bayerns Handel blickt verhalten auf die Fußball-WM
Der bayerische Einzelhandel rechnet im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft nur mit begrenzten zusätzlichen Einnahmen. Nach Ansicht des Handelsverbands Bayern (HBE) dürften Händler, Wirte und Brauereien erst dann stärker profitieren, wenn die deutsche Nationalmannschaft mehr als nur das Achtelfinale erreicht.
HBE-Sprecher Bernd Ohlmann erklärte, dass sich die Lage in diesem Fall schnell ändern könne. Auch aus dem Sport- und Lebensmittelhandel gebe es entsprechende Signale. Bis dahin seien allerdings keine außergewöhnlichen Umsätze zu erwarten. Die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann habe bislang noch keine große Euphorie entfacht.
Erfolg der Nationalelf als entscheidender Faktor
Aus früheren Welt- und Europameisterschaften sei bekannt, dass gute Leistungen des deutschen Teams unmittelbare Auswirkungen auf das Kaufverhalten hätten. Wenn Deutschland überzeugt und weit im Turnier kommt, steige die Nachfrage nach Trikots und Fanartikeln deutlich.
Bleibt der große sportliche Erfolg aus, rechnet Ohlmann für den bayerischen Einzelhandel mit einem zusätzlichen Umsatz zwischen 300 und 400 Millionen Euro. Zum Vergleich verwies er auf die Heim-WM 2006, als allein in Bayern rund 450 Millionen Euro umgesetzt worden seien. Ausschlaggebend bleibe somit vor allem, wie erfolgreich die DFB-Auswahl auftritt.
Als bremsende Faktoren nennt der HBE unter anderem die späten Anstoßzeiten, deutlich weniger Public Viewing als bei früheren Turnieren sowie die generell zurückhaltende Konsumstimmung. Hinzu komme die politische Debatte rund um die WM. Themen wie FIFA-Präsident Gianni Infantino, Donald Trump oder Einreisebeschränkungen würden das Turnier überschatten.
Wirtschaft erinnert an Regeln am Arbeitsplatz
Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) weist derweil darauf hin, dass auch während der WM die arbeitsrechtlichen Vorgaben unverändert gelten. Geschäftsführer Bertram Brossardt betonte, Beschäftigte müssten ihre Arbeit wie gewohnt pünktlich aufnehmen. Ohne Zustimmung des Arbeitgebers dürften sie den Arbeitsplatz nicht verlassen oder Spiele während der Arbeitszeit verfolgen. Ausnahmen seien nur möglich, wenn Unternehmen dafür eigene Regelungen treffen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion