Wirtschaft

Dax-Konzern Daimler Truck: Gewinn stürzt um 80 Prozent ab

Schock bei Daimler Truck: Der Gewinn stürzt um 80 Prozent ab – was hinter dem dramatischen Einbruch steckt.

06.05.2026, 07:06 Uhr

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck hat im ersten Quartal einen drastischen Gewinneinbruch verzeichnet. Das Konzernergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 749 Millionen Euro auf 149 Millionen Euro. Damit brach der Gewinn um rund 80 Prozent ein.

Auch beim Umsatz musste der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen deutliche Rückgänge hinnehmen. Die Erlöse sanken von 11,5 Milliarden Euro auf 9,98 Milliarden Euro, ein Minus von 13 Prozent. Das operative Ergebnis (Ebit) ging von einer Milliarde Euro auf 292 Millionen Euro zurück und lag damit 71 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Nordamerika belastet den Konzern massiv

Als Hauptgrund nannte Daimler Truck die schwache Entwicklung im wichtigen Nordamerika-Geschäft. Dort litt der Konzern unter einer deutlich geringeren Profitabilität. Nach den niedrigen Auftragseingängen im vergangenen Jahr fiel der Absatz in den USA besonders schwach aus. Finanzvorständin Eva Scherer sprach vom niedrigsten Quartalsvolumen seit 2010.

Besonders deutlich wurde der Einbruch im Segment Trucks North America: Dort sackte das operative Ergebnis von 773 Millionen Euro auf nur noch 10 Millionen Euro ab. Das entspricht einem Rückgang von 99 Prozent.

Zusätzlich belasteten laut Scherer Zölle in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrags das Ergebnis. Hinzu kam eine Wertminderung bei einem Gemeinschaftsunternehmen von rund 200 Millionen Euro.

Der zuletzt schwache US-Markt und ein rückläufiger Busabsatz wirkten sich auch auf die Verkäufe aus. Weltweit setzte Daimler Truck im ersten Quartal 68.849 Lastwagen und Busse ab. Das waren neun Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Marge im Industriegeschäft deutlich schwächer

Im Industriegeschäft ohne Finanzdienstleistungen fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Gewinnmarge, auf die Investoren besonders achten, sank um 4,6 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Damit schnitt Daimler Truck sogar schwächer ab als von Analysten ohnehin erwartet.

Auftragseingänge ziehen wieder an

Trotz des schwachen Jahresstarts verweist der Konzern auf eine spürbare Erholung bei den Bestellungen. Die Auftragseingänge stiegen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Prozent. In den USA fiel die Belebung noch stärker aus: Dort zogen die Bestellungen um 86 Prozent an.

Konzernchefin Karin Rådström zeigte sich deshalb vorsichtig optimistisch. Daimler Truck sei gut aufgestellt, um im weiteren Jahresverlauf Verbesserungen zu erreichen. Die deutlich gestiegenen Auftragseingänge dürften sich in den kommenden Quartalen positiv auf die Geschäftsentwicklung auswirken. Zugleich arbeite das Unternehmen weiter konsequent an seiner Kostenbasis.

Nutzfahrzeughersteller bleibt unter Druck

Daimler Truck steht schon länger unter Druck. Bereits im vergangenen Jahr war der Gewinn des Unternehmens um 34 Prozent auf zwei Milliarden Euro gesunken. Belastet wurde das Geschäft damals ebenfalls durch US-Zölle und die schwache Nachfrage in Nordamerika. Auch Umsatz und Absatz waren rückläufig.

Um wettbewerbsfähiger zu werden, treibt der Konzern sein Sparprogramm „Cost Down Europe“ voran. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten in Europa um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen dafür rund 5.000 Stellen wegfallen. Besonders betroffen ist die Lkw-Marke Mercedes-Benz, doch auch in Nordamerika will Daimler Truck sparen.

Aufsichtsratschef Joe Kaeser verwies auf ein anhaltend schwieriges geoökonomisches und geopolitisches Umfeld, unter anderem mit Blick auf den Mittleren Osten. Gerade in einem solchen Umfeld sei es wichtig, das Unternehmen strukturell zu stärken.

Rådström bekräftigte auf der Hauptversammlung zudem, Daimler Truck schneller, fokussierter und wirksamer aufstellen zu wollen. Künftig sollen Leistung, klare Verantwortung und schnellere Entscheidungen noch stärker in den Mittelpunkt rücken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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