Der E-Mail-Dienst GMX meldet aktuell einen spürbaren Anstieg bei den Nutzerzahlen. Nach Angaben von Geschäftsführer Michael Hagenau wächst vor allem wegen der Sorge vieler Menschen in Deutschland, dass US-Behörden unter der Regierung von Donald Trump unrechtmäßig auf persönliche Daten zugreifen könnten, das Interesse an dem Anbieter deutlich. Die Entwicklung erinnere an das Jahr 2013, als die Enthüllungen von Edward Snowden für großes Aufsehen sorgten.
Parallel zu diesem Wachstum baut das Unternehmen aus Karlsruhe seine Mail-Plattform weiter aus und integriert nun generative KI-Funktionen direkt ins Postfach. KI kommt bei GMX bereits seit Längerem im Hintergrund zum Einsatz, etwa beim Sortieren von E-Mails sowie beim Erkennen von Spam und Phishing-Versuchen. Neu ist, dass sich nun auch Inhalte wie umfangreiche Newsletter, Verträge oder Reiseunterlagen automatisch zusammenfassen lassen. Zudem unterstützt ein digitaler Assistent beim Schreiben von Nachrichten, etwa bei Formulierungen, sprachlichen Verbesserungen oder Übersetzungen.
Kein Einsatz von ChatGPT und ähnlichen Diensten
Laut Hagenau setzt GMX dabei auf Open-Source-Modelle, die auf eigener Infrastruktur betrieben werden können. Würde man stattdessen Sprachmodelle von OpenAI oder anderen US-Anbietern verwenden, müssten Nutzerdaten zur Verarbeitung in die USA übertragen werden. Das sei mit dem eigenen Datenschutzanspruch nicht vereinbar. Durch den Einsatz quelloffener KI-Modelle solle sichergestellt werden, dass keine Daten an externe KI-Plattformen weitergegeben oder dort zu Trainingszwecken genutzt werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion