Die BayernLB steht vor einem Wechsel an der Spitze: Vorstandschef Stephan Winkelmeier, der das Institut seit 2019 führt, will sein Amt zum 30. September 2027 vorzeitig niederlegen. Dann wird der aus Regensburg stammende Manager 60 Jahre alt. Wie die Bank mitteilte, bedauern Eigentümer und Aufsichtsrat diesen Schritt ausdrücklich. Zuerst hatte das Fachmedium „Finanz-Szene“ darüber berichtet. Über die Nachfolge solle zu gegebener Zeit in den Gremien der Bank entschieden werden. Sein laufender Vertrag reicht eigentlich noch bis 2029.
Erfolgreiche Jahre unter Winkelmeier
Die Entscheidung über einen neuen Vorstandsvorsitzenden liegt beim Aufsichtsrat. In dem Gremium sitzen auch drei ranghohe Beamte des Finanzministeriums. Die Eigentümerstruktur der BayernLB ist klar verteilt: 80 Prozent hält der Freistaat Bayern, die restlichen 20 Prozent gehören den bayerischen Sparkassen.
In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Institut unter Winkelmeiers Führung erfolgreich, auch innerhalb der Belegschaft genießt er hohes Ansehen. Ein wesentlicher Teil der Gewinne stammt allerdings nicht aus dem klassischen Landesbankgeschäft, sondern von der Berliner Online-Tochter DKB, dem wichtigsten Tochterunternehmen des Konzerns.
Spezialist für Krisenmanagement
Bevor Winkelmeier an die Spitze der BayernLB rückte, war er lange mit der Bewältigung schwieriger Situationen befasst. Nach der Übernahme der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria geriet die BayernLB in den 2000er Jahren massiv unter Druck. Von 2010 bis 2014 spielte Winkelmeier als Finanzvorstand eine zentrale Rolle bei der Sanierung der Bank.
Eine Folge dieser Krisenzeit ist bis heute sichtbar: Politiker sitzen nicht mehr im Aufsichtsrat der Landesbank.
Frühzeitiger Abschied aus dem Chefbüro
Nach seiner ersten Zeit bei der BayernLB wechselte Winkelmeier zwischenzeitlich an die Spitze der bundeseigenen „Bad Bank“ FMS Wertmanagement. Dort verantwortete er die Abwicklung problematischer Bestände der 2010 verstaatlichten Hypo Real Estate. 2019 kehrte er dann zur BayernLB zurück.
Der Manager gilt als jemand, der bei Geschäftsprognosen bewusst sehr vorsichtig vorgeht. In den vergangenen Jahren lagen die tatsächlichen Ergebnisse der BayernLB regelmäßig über diesen Erwartungen. Deutlich direkter ist Winkelmeier dagegen in seiner Sprache. So sagte er einst mit Blick auf seinen damaligen Abschied von der FMS Wertmanagement, man wolle nicht so lange im Amt bleiben, „bis wir alle Verwesungsgeruch haben“. Sein nun angekündigter früher Rückzug aus dem Chefbüro der BayernLB passt zu dieser Haltung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber