Nivea bremst Umsatzrückgang im dritten Quartal weiter ab
Der Umsatz der Beiersdorf-Kernmarke Nivea ist im dritten Quartal erneut gesunken, allerdings weniger stark als in den Monaten zuvor. Nachdem der Konzern im Sommer ein 18-monatiges Umbau- und Wachstumsprogramm für die angeschlagene Markenfamilie angekündigt hatte, spricht Beiersdorf nun von einer besseren Dynamik. Im weltweiten Einzelhandel legten die Nivea-Verkäufe nach Unternehmensangaben zu.
Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie Wechselkurseffekte ging der Nivea-Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dennoch um 4,9 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro zurück. Im Vorquartal hatte das organische Minus noch 6,7 Prozent betragen.
Belastet wurden die Zahlen im dritten Quartal zudem durch einen Streit mit einem russischen Zulieferer. Nach Angaben von Beiersdorf ist der Konflikt inzwischen beigelegt. Der Konzern erwartet daraus keine nennenswerten Folgen für das vierte Quartal und vertreibt weiterhin Produkte auf dem russischen Markt.
Neue Produktlinie soll jüngere Kunden ansprechen
Im Rahmen des Wachstumskonzepts setzt Beiersdorf nicht nur auf höhere Werbeausgaben, sondern auch auf Preisnachlässe. So kooperiert Nivea Sun inzwischen mit der Tour de France. Zudem brachte der Konzern im September die abgespeckte Produktreihe Face+, die ursprünglich für Schwellenländer entwickelt wurde, auch in Europa auf den Markt.
Nach Angaben von Vorstandschef Vincent Warnery haben rund 80 Prozent der Käufer von Face+ zuvor keine Nivea-Hautpflegeprodukte gekauft. Zugleich sei diese Kundengruppe deutlich jünger als das klassische Nivea-Publikum.
Apothekenmarken stützen das Geschäft
Nivea steht für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes. Insgesamt erzielte Beiersdorf im dritten Quartal rund 2,4 Milliarden Euro Umsatz. Auf Konzernebene ergab sich damit ein Rückgang von 1,3 Prozent.
Entlastung kam vor allem aus dem Dermatologiegeschäft, dessen Wachstum sich beschleunigte. Diese Marken werden in der Regel über Apotheken verkauft. Auch die Premiummarke La Prairie entwickelte sich spürbar besser, gestützt durch eine höhere Nachfrage in China.
Die bereits im Sommer gesenkte Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Beiersdorf. Erwartet wird weiterhin ein organischer Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bei der operativen Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern rechnet das Unternehmen mit mindestens 11,8 Prozent. 2025 hatte dieser Wert bei 14 Prozent gelegen.
Für das vierte Quartal stellt sich Konzernchef Warnery auf eine negative Umsatzentwicklung ein. Danach rechnet er ab 2027 wieder mit Wachstum.
Nach Unternehmensangaben beschäftigt Beiersdorf mehr als 22.000 Menschen. Produktionsstandorte in Deutschland befinden sich in Hamburg, Berlin und Leipzig.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber