Wirtschaft

Bundesbank streicht plötzlich Konten und Depots

Bundesbank streicht Gratis-Konten für Tausende Beschäftigte und Rentner – 21.000 sind betroffen. Der interne Aufschrei ist groß.

12.08.2026, 10:00 Uhr

Die Deutsche Bundesbank beendet für ihre Beschäftigten und Ruheständler das bisher kostenlose Angebot von Girokonten und Wertpapierdepots. Wie das Handelsblatt berichtet, wurde die Sparmaßnahme von einer intern vom Vorstand angerufenen Einigungsstelle gebilligt. Auf Anfrage bestätigte die Notenbank den Schritt. Eine Sprecherin erklärte, man habe beschlossen, das Mitarbeitergeschäft mit den Personalkonten einzustellen.

Nach Angaben der Zeitung sind rund 21.000 Konten betroffen. Mitarbeitende der Bundesbank konnten bislang traditionell ein kostenloses Girokonto sowie ein Depot nutzen – und zwar dauerhaft, auch nach dem Eintritt in den Ruhestand. Ein großer Teil der Betroffenen ist demnach bereits pensioniert.

Als Grund wird genannt, dass die bestehenden Konten- und Depotmodelle nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen und technisch erneuert werden müssten. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel soll die Kosten für eine Modernisierung bereits im Sommer 2024 auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt haben.

Deutliche Kritik aus der Belegschaft

Innerhalb der Bundesbank sorgt die Entscheidung laut Bericht für erheblichen Unmut. Das Handelsblatt verweist auf Personalvertreter, die den Vorstand im Intranet scharf angegriffen haben. Sie werfen der Führung vor, Gespräche über eine gemeinsame und eigenständig gestaltete Lösung für die Personalkonten abgelehnt zu haben.

Wirksam werden sollen die Kündigungen spätestens nach einer Übergangsfrist bis Mitte 2029. Bis dahin soll die Bundesbank Angebote von Geschäftsbanken einholen und diese den Betroffenen vorstellen. Außerdem wurden Hilfen für den Wechsel zu neuen Kontoverbindungen in Aussicht gestellt.

Weitere Einzelheiten nannte die Sprecherin nicht. Sie verwies darauf, dass die Beratungen in der Einigungsstelle vertraulich seien. Die konkreten Schritte zur Umsetzung der Entscheidung würden erst in den kommenden Monaten festgelegt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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