Flughafen Catania wegen Ätna-Asche weiter geschlossen – Tausende Reisende warten auf Heimreise
Der Flughafen von Catania auf Sizilien bleibt mitten in der Ferienzeit weiter außer Betrieb. Wegen der Aschewolken des Ätna ist der Airport mindestens bis 18.00 Uhr geschlossen. Ob der Flugbetrieb danach wieder anlaufen kann, ist offen – eine weitere Verlängerung der Sperre gilt weiter als möglich. Von den Einschränkungen sind Tausende Reisende betroffen, darunter viele Urlauber aus dem Ausland.
Der Ätna, Europas aktivster Vulkan, bietet derzeit spektakuläre Bilder: Glühende Lavaströme fließen den Hang hinab, während Asche in den Himmel steigt. Für viele Menschen auf Sizilien ist das Naturschauspiel jedoch vor allem eines: der Auslöser für anhaltendes Reisechaos.
Lange Schlangen und große Unsicherheit am Airport
Am Flughafen zeigt sich das ganze Ausmaß der Lage. Vor den Schaltern der Airlines bildeten sich lange Schlangen, Flüge wurden teils kurzfristig gestrichen, verspätet oder umgeleitet. Viele Reisende suchten verzweifelt nach Alternativen, Familien warteten mit ihren Koffern auf Sitzbänken und mussten sich auf längere Verzögerungen einstellen.
Anna Quattrone von der Betreibergesellschaft des Flughafens sagte der Zeitung La Repubblica, es gebe Menschen, die sich keine zusätzliche Hotelübernachtung leisten könnten. Andere harrten am Airport aus und hofften, dass sich die Lage jederzeit bessere und sie doch noch abreisen könnten.
Auch unter den Passagieren wächst der Frust. Eine italienische Reisende schilderte der Zeitung, der Urlaub sei zwar schön gewesen, auf dieses Ende hätte man aber gut verzichten können. Es herrsche großes Chaos, zugleich fehle es an klaren Informationen – viele würden nur noch die Anzeigetafeln im Blick behalten.
Reisende suchen nach Alternativen
Schon seit Freitag kommt es im Flugverkehr zu Beeinträchtigungen, vollständig gesperrt ist der Betrieb in Catania aber erst seit wenigen Tagen. Zahlreiche Menschen versuchen deshalb, für ihre Weiterreise auf andere Verkehrswege auszuweichen. Viele setzen auf den Flughafen in Palermo, der nicht direkt von der Aschewolke betroffen ist. Dort sind in der Hauptreisezeit allerdings viele Verbindungen bereits ausgebucht.
Andere Reisende fahren mit der Bahn Richtung italienisches Festland. Doch auch dort werden die Kapazitäten knapp. Wer überhaupt noch eine Alternative findet, muss oft komplizierte Routen mit mehreren Umstiegen in Kauf nehmen.
Urlauberin berichtet von stundenlanger Umbuchungssuche
Wie belastend die Situation für Betroffene ist, zeigt das Beispiel einer österreichischen Urlauberin. Ihr Flug sollte ursprünglich am Montagmorgen starten. Zunächst wurden mehrere Flüge gestrichen, kurz darauf sagte die Airline auch ihre Verbindung ab. Nach ihren Worten war es "echt knapp". Glück hatte sie nach eigener Aussage vor allem deshalb, weil sie sich zu diesem Zeitpunkt noch in ihrer Unterkunft im Zentrum von Catania befand – und nicht bereits mitten im Chaos am Flughafen.
Die Suche nach einer Alternative zog sich über Stunden. Das Buchungsportal der Airline war überlastet, sodass sie per App, Chatbot und Kundenservice immer wieder versuchte, eine Umbuchung zu erreichen. Am Ende entschied sie sich für eine umständliche Rückreise über das italienische Festland. Um überhaupt von Neapel aus fliegen zu können, musste sie zunächst mit dem Zug und per Fähre weiterreisen.
Inzwischen hat sie das Festland erreicht. Rückblickend sagte sie, die Situation sei "aufregend" gewesen. Zugleich betonte sie, dass die Lage für weniger reiseerfahrene Menschen oder für Personen, die mit digitalen Buchungen nicht gut zurechtkommen, deutlich stressiger sein könne. Besonders für Familien mit kleinen Kindern oder ältere Reisende dürfte die Situation zwischen Warteschlangen, Schaltern und Koffern noch belastender gewesen sein.
Bange Frage: Wann geht es weiter?
Für viele Passagiere bleibt vor allem unklar, wann sie überhaupt weiterreisen können. Solange die Aschewolken den Luftraum beeinträchtigen, bleibt die Unsicherheit groß. Der Flughafen ist mindestens bis 18.00 Uhr komplett geschlossen. Ob danach wieder Flugzeuge starten und landen können, ist derzeit nicht absehbar.
Gerade in der Haupturlaubszeit verschärft das die Lage zusätzlich. Für viele Reisende in Catania heißt es deshalb weiter: warten, hoffen und nach freien Alternativen suchen.
Der Ätna liefert mit Lava, Rauch und Asche zwar eindrucksvolle Bilder, doch für viele Urlauber wird das Naturschauspiel zunehmend zur nervenaufreibenden Belastung.
Quelle: dpa/bearbeitet
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber