Historischer Tiefstand bei Verkehrstoten in Bayern
In Bayern sind im ersten Halbjahr so wenige Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen wie seit rund 70 Jahren nicht mehr. Nach Angaben des Innenministeriums starben von Januar bis Juni 205 Menschen bei Verkehrsunfällen. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von dem niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik.
Gleichzeitig nahm die Zahl der Unfälle zu. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg sie um 3,4 Prozent auf 192.366 Fälle. Die Zahl der Verletzten blieb dagegen nahezu unverändert: 29.304 Menschen wurden bei Unfällen verletzt, im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 29.639.
Landstraßen bleiben besonders gefährlich
Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich auf Landstraßen. Dort verloren 135 Menschen ihr Leben. Auch bei Fahrradunfällen gab es erneut viele Todesopfer: 40 Menschen starben in diesem Zusammenhang, nach 39 im ersten Halbjahr 2025.
In die Statistik fließen außerdem zwei tödliche Unfälle auf dem Schulweg ein. Zudem starb in den ersten sechs Monaten ein Kind in einem Auto, weil es nicht angeschnallt beziehungsweise nicht richtig gesichert war. Herrmann kritisierte diese Nachlässigkeit scharf und mahnte, Kinder vor jeder Fahrt korrekt zu sichern.
Mehr tödliche Unfälle durch zu hohes Tempo
Wie das Ministerium weiter mitteilte, stieg auch die Zahl tödlicher Unfälle infolge überhöhter Geschwindigkeit. 71 Menschen kamen dabei ums Leben, im Vorjahreszeitraum waren es 66. Herrmann betonte, dass Verkehrsregeln noch immer zu häufig missachtet würden. Zu schnelles Fahren sei keineswegs ein harmloses Vergehen, sondern könne schwerwiegende Folgen haben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber