Wirtschaft

Brisantes Audi-Treffen schon am Freitag

Nach dem Trump-Eklat um Audi-Chef Döllner zieht der Aufsichtsrat die Reißleine – was jetzt in der Sondersitzung droht.

29.10.2026, 17:28 Uhr

Wenige Tage nach dem viel diskutierten Auftritt von Audi-Vorstandschef Gernot Döllner gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump kommt der Aufsichtsrat des Unternehmens zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Das Treffen ist für Freitagnachmittag angesetzt. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen soll es dabei unter anderem um das geplante US-Werk sowie um die Art und Weise der öffentlichen Ankündigung gehen. Zunächst hatte die Mediengruppe Bayern darüber berichtet.

Ob bei der Sondersitzung auch Döllners Zukunft an der Spitze des Unternehmens thematisiert wird, blieb vorerst offen. Eine Audi-Sprecherin erklärte lediglich, dass man sich zu internen Gremiensitzungen grundsätzlich nicht äußere. Ebenfalls am Freitag will der Autobauer seine Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Wegen deutlich gesunkener Verkaufszahlen rechnen Beobachter mit schwachen Ergebnissen.

Kritik nach Auftritt mit Trump

Auslöser der Debatte war Trumps Ankündigung bei einem Wahlkampfauftritt am Samstag, Audi wolle ein Werk in den USA errichten. Döllner trat danach mit auf die Bühne und bedankte sich beim Präsidenten für dessen Unterstützung. Da in den Vereinigten Staaten am 3. November Zwischenwahlen stattfinden, sorgte der Auftritt für zusätzliche Brisanz. Dem Audi-Chef wird vorgeworfen, gegen interne Regeln für politische Veranstaltungen verstoßen zu haben. Inzwischen wurden sogar Rücktrittsforderungen laut. Döllner selbst verteidigte sein Verhalten als im Sinne des Unternehmens.

Audi plant, in Perry im Bundesstaat Georgia pro Jahr 200.000 SUV zu bauen. Vorgesehen sind Investitionen von vier Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 3,6 Milliarden Euro. Zudem sollen etwa 4.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Nach Unternehmensangaben könnte der Bau 2027 beginnen, der Produktionsstart ist für den Beginn der 2030er Jahre vorgesehen. Es wäre das erste Audi-Werk in den USA. Die endgültige Zustimmung des Aufsichtsrats der Konzernmutter Volkswagen steht allerdings noch aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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