Bayern

Münchens NS-Denkmal soll im Herzschlag-Takt leuchten

Ein Licht, das Erinnerungen weckt: In München lassen Besucher Namen von NS-Opfern aufleuchten. Was verbirgt sich dahinter?

29.10.2026, 16:24 Uhr

Neues interaktives Denkmal für NS-Opfer in München

In München soll ein neues interaktives Mahnmal an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft erinnern. Das Kunstwerk mit dem Titel „Das Feld“ ist nach einem Beschluss des Kulturausschusses der Stadt geplant. Vorgesehen ist eine Installation aus Lärchenholzbrettern, auf denen Halme aus Glasfaser befestigt sind. Diese Lichtobjekte können sowohl von Besucherinnen und Besuchern vor Ort als auch von Menschen weltweit zum Leuchten gebracht werden.

Mehr als 10.000 Männer, Frauen und Kinder aus München wurden Opfer des NS-Terrors. Etwa 5.000 von ihnen waren jüdisch. Andere Menschen wurden unter anderem wegen Krankheit, politischer Haltung oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, ermordet oder in den Tod getrieben.

Lichtimpulse im Takt des Herzschlags

Am Gedenkort auf dem Platz der Opfer des Nationalsozialismus sollen künftig Bildschirme Informationen über Namen und Lebensgeschichten der Betroffenen bereitstellen. Außerdem ist vorgesehen, den Herzschlag der Besucherinnen und Besucher zu erfassen und in Lichtsignale umzusetzen. Auch online sollen die Inhalte abrufbar sein. Wird in der Datenbank nach einer Person gesucht, sollen die Halme ebenfalls aufleuchten.

Erinnerung durch Beteiligung

Die Jury entschied sich für den Entwurf des Ars Electronica Futurelab. Zur Begründung hieß es, das Pulsieren der Lichter stehe für unterschiedliche Formen der Teilhabe und mache sichtbar, dass Erinnerung nur dann lebendig bleibe, wenn Menschen sich aktiv daran beteiligen.

Münchner Rathaus
Das hat der Kulturausschuss der Stadt München beschlossen. (Archivbild) Quelle: Felix Hörhager/dpa

David Süß, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion Die Grünen – Rosa Liste, erklärte, das Denkmal überschreite räumliche Grenzen, weil sich Menschen aus aller Welt daran beteiligen könnten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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