Wirtschaft

Baugenehmigungen boomen – so stark wie lange nicht

Mehr Baugenehmigungen geben Hoffnung – endet die Baukrise? Doch ausgerechnet Hausbauer stehen vor neuen Hürden.

16.10.2026, 08:34 Uhr

Baugenehmigungen ziehen weiter an

Der Wohnungsbau in Deutschland sendet ein positives Signal: Im August ist die Zahl der Baugenehmigungen erneut spürbar gestiegen. Nach Angaben der Statistikbehörden wurden 20.600 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von 6,8 Prozent beziehungsweise 1.300 zusätzlichen Genehmigungen im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Damit setzt sich die Entwicklung aus dem ersten Halbjahr fort. Schon damals war die Zahl der Genehmigungen um mehr als 15 Prozent gestiegen — so stark wie in einem ersten Halbjahr seit 2016 nicht mehr. Die Werte gelten als wichtiger Maßstab dafür, wie der Mangel an Wohnraum und der Druck auf die Mieten bekämpft werden können.

Positive Tendenz trotz steigender Belastungen

Die höheren Genehmigungszahlen wecken Hoffnungen auf eine Belebung im Wohnungsbau. Auch das Ifo-Institut hatte zuletzt von einer verbesserten Stimmung in der Branche berichtet. Gleichzeitig bleibt die Lage angespannt: Höhere Energiepreise infolge des Iran-Kriegs sowie gestiegene Zinsen setzen Bauherren weiterhin unter Druck.

Von Januar bis August wurden insgesamt 169.400 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden genehmigt. Das sind gut 12 Prozent beziehungsweise 18.300 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auf Neubauten entfielen davon 137.500 Wohnungen, was einem Anstieg um 12,7 Prozent entspricht.

Auch bei den einzelnen Gebäudearten zeigte sich ein Zuwachs. Bei Einfamilienhäusern nahm die Zahl der Genehmigungen um knapp acht Prozent zu. Noch deutlicher fiel der Anstieg bei Zweifamilienhäusern aus, wo ein Plus von 21,7 Prozent verzeichnet wurde. In Mehrfamilienhäusern — der wichtigsten Bauform im Wohnungsbau — genehmigten die Behörden 90.600 neue Wohnungen und damit 14,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Bauministerin Hubertz
Bauministerin Hubertz will den Wohnungsbau beschleunigen. (Archivbild) Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Staat will Wohnungsbau zusätzlich anschieben

Trotz der besseren Zahlen bleibt der Bedarf groß: In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge mehr als eine Million Wohnungen. Zugleich wurden im vergangenen Jahr mit 206.600 fertiggestellten Wohnungen so wenige Neubauten abgeschlossen wie seit 2012 nicht mehr. Das waren 18 Prozent weniger als im Jahr davor.

Die Bundesregierung setzt deshalb auf einen sogenannten Bau-Turbo, der Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigen soll. Zusätzlich hat das Bundesbauministerium die Förderung für den Bau energieeffizienter Häuser nach dem Standard EH 55 ausgeweitet.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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