Der Chef der „Miss Germany“-Wahl, Max Klemmer, hat nach eigenen Worten zeitweise mit seiner beruflichen Rolle gehadert. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er, er habe sich gefragt, ob das Format noch in die heutige Zeit passe. Diese Zweifel seien so weit gegangen, dass er sich teilweise sogar dafür geschämt habe.
Bei Veranstaltungen habe er deshalb irgendwann nicht mehr offen erzählt, womit er sein Geld verdient. Stattdessen habe er nur noch gesagt, dass er im Bereich Marketing und Events arbeite. Vor allem das traditionelle Prinzip der reinen Bewertung von Äußerlichkeiten habe er nicht länger unterstützen wollen.
Konflikte in der Familie wegen Neuausrichtung
Klemmer hat den früheren Schönheitswettbewerb, den seine Familie über viele Jahrzehnte organisiert hatte, inzwischen zu einer Veranstaltung für Unternehmerinnen umgebaut. Nach eigener Aussage führte dieser Kurswechsel zu Auseinandersetzungen mit seinem Vater und Großvater. Darüber habe es viel Streit gegeben.
Wirtschaftliches Risiko durch den Umbau
Auch finanziell sei die Neuausrichtung ein Wagnis gewesen. Klemmer erklärte, man habe 2019 für die Umgestaltung einen mehrjährigen Zeitraum eingeplant. Rückblickend sei er jedoch wohl zu optimistisch gewesen, was die Geschwindigkeit angeht, mit der sich ein langjährig funktionierendes Geschäftsmodell durch ein neues ersetzen lässt.
Für das kommende Jahr, in dem „Miss Germany“ ihr 100-jähriges Bestehen feiert, hofft Klemmer nun auf den Break-even. Das bedeutet, dass die Einnahmen erstmals die Kosten der Veranstaltung decken sollen. Seit dem vergangenen Jahr wird das Event in München ausgetragen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber