Ukraine

Trump zerlegt Selenskyj: «Kein Mann zum Verhandeln»

Trump schießt erneut gegen Selenskyj: Für den US-Präsidenten steht der Ukrainer einem Frieden offenbar im Weg.

16.10.2026, 07:08 Uhr

Trump sieht Selenskyj als schwierigeren Gesprächspartner als Putin

US-Präsident Donald Trump hält den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nach eigenen Angaben für den komplizierteren Verhandlungspartner im Vergleich zu Russlands Präsident Wladimir Putin. In einem Interview mit dem ultrakonservativen Sender Newsmax stellte Trump Selenskyj sogar als Hindernis für ein mögliches Friedensabkommen im Krieg gegen Russland dar. Ein Deal könne aus seiner Sicht nur ohne Selenskyj zustande kommen. Wörtlich erklärte Trump, Selenskyj sei „kein guter Mann“ für Verhandlungen.

Trump erwartet Ende des Krieges

Trump sagte weiter, Selenskyj wolle in Wahrheit keine Einigung, auch wenn er öffentlich etwas anderes behaupte. Zugleich betonte der US-Präsident, dass er kein Unterstützer des ukrainischen Staatschefs sei. Nach seiner Einschätzung könnten jedoch sowohl Putin als auch Selenskyj grundsätzlich an einem Ende der Kämpfe interessiert sein. Dennoch falle es ihm leichter, mit Putin zu sprechen als mit Selenskyj.

Zwischen Trump und Selenskyj hatte es bereits in den vergangenen Jahren wiederholt Spannungen gegeben, auch öffentlich. Zuletzt machte Selenskyj deutlich, dass er sich von Trump hintergangen fühle. Hintergrund ist eine Vereinbarung Trumps mit dem Kreml über Lieferungen von russischem Diesel, anstatt den Druck auf Moskau gemeinsam mit anderen Verbündeten zu erhöhen. Trump hatte angekündigt, Russland werde kurzfristig mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt bereitstellen. Im Gegenzug sollten Sanktionen gelockert werden.

Kritik an Angriffen auf russische Raffinerien

Selenskyj reagierte darauf im Gespräch mit dem britischen Moderator Piers Morgan mit den Worten, es sei bedauerlich, einen starken Partner zu verlieren. Trump wiederum machte dem ukrainischen Präsidenten Vorwürfe wegen Angriffen auf russische Raffinerien. Diese hätten nach seiner Ansicht zu steigenden Ölpreisen auf dem Weltmarkt beigetragen. Das helfe der Welt nicht, sagte Trump.

Die Ukraine ist im Krieg gegen Russland weiterhin stark auf westliche Unterstützung angewiesen, vor allem auf Hilfe aus den USA. Dazu gehören unter anderem Informationen für die Luftverteidigung sowie der Zugang zum Satelliteninternet Starlink des Raumfahrtunternehmens SpaceX von Elon Musk. Selenskyj hatte zuletzt beklagt, dass fehlende Geheimdienstinformationen und Einschränkungen bei der Internetversorgung zum Scheitern ukrainischer Drohnenoperationen beigetragen hätten.

Im Interview mit Newsmax forderte Trump außerdem ein sofortiges Ende der Gewalt. Er wolle, dass das Blutvergießen auf beiden Seiten aufhöre. Sowohl Selenskyj als auch Putin müssten damit jetzt Schluss machen, sagte er.

Selenskyj hält sich heute in Brüssel auf, wo er mit den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten über weitere Unterstützung für die Ukraine beraten will.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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