Die Finanzaufsicht Bafin will die wachsende Zahl von Finanztipps auf Social-Media-Plattformen stärker überwachen. In einem Gastbeitrag für Business Insider Deutschland betont Bafin-Exekutivdirektor Thorsten Pötzsch, dass auch sogenannte Finfluencer gemeinsam mit ihren Auftraggebern eine besondere Verantwortung tragen. Wer sich online zu Geldanlage und Finanzthemen äußere, bewege sich keineswegs in einem rechtsfreien Raum.
Nach Angaben Pötzschs sehen rund 60 Prozent der jüngeren Social-Media-Nutzer Finanz-Influencer als sinnvolle Alternative zu klassischer Beratung. Grundsätzlich könnten diese aus seiner Sicht einen wichtigen Beitrag leisten. Gleichzeitig warnt er jedoch davor, dass nicht alle Anbieter vertrauenswürdig seien und es auch in diesem Bereich unseriöse Akteure gebe.
Bezahlte Empfehlungen oft nicht erkennbar
Vielen Nutzerinnen und Nutzern sei nicht klar, dass Influencer für bestimmte Finanztipps häufig Geld erhalten. Solche Vergütungen sowie mögliche Interessenkonflikte müssten offengelegt werden. Außerdem seien Finfluencer verpflichtet, ehrlich über Risiken zu informieren. Wer Anlageberatung anbietet oder Finanzprodukte vermittelt, müsse sich zudem bei der Aufsicht registrieren. Laut Pötzsch besteht für Finanz-Influencer auf mehreren Wegen das Risiko, sich strafbar zu machen.
Die Bafin plant daher, ihre Informationen für Verbraucher weiter auszubauen. Ziel sei es, besser zu vermitteln, woran sich seriöse Inhalte erkennen lassen und bei welchen Signalen Vorsicht geboten ist. Darüber hinaus will die Behörde auch die Unternehmen, die hinter den Influencer-Kampagnen stehen, intensiver prüfen. Mit den Finfluencern selbst soll ebenfalls der Austausch gesucht werden; sie sollen im Oktober zu Gesprächen nach Frankfurt eingeladen werden. Eine zusätzliche gesetzliche Regulierung hält Pötzsch derzeit nicht für erforderlich.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber