O2 Telefónica rutscht weiter ab
O2 Telefónica steckt weiterhin in einer schwierigen Phase. Wie die deutsche Tochter des spanischen Konzerns in München mitteilte, fiel der Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 11,1 Prozent auf etwa 1,8 Milliarden Euro.
Ein wesentlicher Grund dafür ist der Wegfall des Großkunden 1&1. Das Unternehmen hatte das O2-Netz über Jahre mitgenutzt und dafür Entgelte gezahlt. Seit 2024 wechselt 1&1 jedoch zu Vodafone, bis Ende 2025 sollen rund 12 Millionen Mobilfunkkunden auf das Vodafone-Netz umgestellt werden. Für O2 bedeutet das spürbar geringere Einnahmen.
Auch das operative Ergebnis litt darunter. Das Ebitda sank im zweiten Quartal um 7,2 Prozent auf rund 600 Millionen Euro. Dass der Rückgang hier geringer ausfiel als beim Umsatz, hängt unter anderem mit Sparmaßnahmen zusammen. Besonders schwach lief das Geschäft mit Smartphones und anderen Geräten: In diesem Bereich brach der Umsatz um rund ein Viertel ein.
Stellenabbau und Filialschließungen geplant
Der Druck auf das Unternehmen ist hoch. Der langjährige Chef musste seinen Posten räumen, Anfang des Jahres übernahm der Deutsch-Spanier Santiago Argelich Hesse die Führung. Er treibt ein strenges Sparprogramm voran.
Noch in diesem Jahr sollen 1100 Stellen wegfallen. Das entspricht etwa jedem sechsten Arbeitsplatz bei O2. Zu Jahresbeginn beschäftigte das Unternehmen 6820 Vollzeitkräfte. Der Abbau soll möglichst freiwillig erfolgen, etwa über Vorruhestand und Abfindungen. Zudem ist geplant, 60 der insgesamt 800 O2-Shops zu schließen.

Für 2026 ist eine zweite Sparrunde vorgesehen. Dann sollen vor allem die Ausgaben in Callcentern und im Vertrieb sinken, ebenfalls durch Stellenstreichungen und weitere Einschnitte. Die Arbeitnehmervertreter haben den Maßnahmen für dieses Jahr zwar zugestimmt, zugleich aber die aus ihrer Sicht schwache Strategie kritisiert und höhere Investitionen gefordert.
Trotz der schwierigen Lage zeigt sich das Management optimistisch. Finanzchef Markus Rolle erklärte, dass Umsatz und operatives Ergebnis im Laufe des kommenden Jahres wieder zulegen sollen.
Lichtblicke bei Kunden und Geschäftskunden
Neben den belastenden Entwicklungen gibt es auch einzelne positive Signale. So wuchs die Zahl der Mobilfunk-Vertragskunden im zweiten Quartal weiter: Sie stieg um 30.000 auf etwa 32 Millionen. Wettbewerber Vodafone musste im selben Zeitraum dagegen deutlich mehr Kundenverluste hinnehmen.
Auch im Geschäft mit SIM-Karten für vernetzte Maschinen, etwa in Autos, konnte O2 leicht zulegen. In diesem Bereich bleibt das Unternehmen allerdings weiterhin hinter der Deutschen Telekom und Vodafone zurück.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber