Ein junger Luchs ist am Freitagmittag in Arrach im Landkreis Cham in ein Wohnhaus gelangt. Nach Angaben von Heinrich Moser, Luchskoordinator des Landesjagdverbands in der Kreisgruppe Bad Kötzting, war das Tier einer Hauskatze ins Gebäude gefolgt. Zuvor hatte die „Kötztinger Zeitung“ über den Vorfall berichtet.
Wie Moser schilderte, ließ die Reinigungskraft einer Seniorin deren Katze ins Haus. Dabei sei plötzlich auch der Luchs mit hineingelaufen. Im Inneren habe das Tier offenbar sofort wieder nach draußen gewollt, sei durch den Flur gelaufen und auf der anderen Seite gegen eine durchsichtige Fensterscheibe gesprungen. Anschließend floh der junge Luchs wieder ins Freie. Nach Einschätzung Mosers blieb er dabei wohl unverletzt.
Moser erhält nach eigenen Angaben regelmäßig Anrufe und Fotos zu möglichen Luchssichtungen in der Region und geht solchen Hinweisen nach. In diesem Fall vermutet er, dass es sich um ein Jungtier des in der Gegend bereits mehrfach beobachteten Luchsweibchens „Frieda“ handelt.
Vorsicht bei Katzen und Hunden
Wer Haustiere hält, sollte aufmerksam sein, wenn in der Umgebung ein Luchs gesichtet wurde. Hauskatzen gehören laut Moser grundsätzlich zum Beuteschema der Luchse. Deshalb sei es ratsam, Katzen in solchen Fällen besser im Haus zu lassen.
Auch Hundehalter sollten beim Gassigehen vorsichtig sein. Hunde könnten auf von Luchsen gerissene Rehe aufmerksam werden. Da Luchse ihre Beute verteidigen, könne das auch für Hunde gefährlich werden.
Jungtier wohl auf der Suche nach der Mutter
Normalerweise meiden Luchse menschliche Siedlungen. Moser zufolge führt ein knappes Nahrungsangebot jedoch dazu, dass Luchsmütter ihre Jungen häufiger mit auf Nahrungssuche nehmen. Zur eigentlichen Jagd gehen die Muttertiere dann allein und lassen den Nachwuchs zurück. Manche Jungtiere wandern daraufhin selbst umher und können sich dabei leicht verirren.
Fanggenehmigung beantragt
Um das Tier zu schützen, hat Moser nach eigenen Angaben eine Fanggenehmigung beantragt. Er hofft, den jungen Luchs mit einer Lebendfalle sichern zu können, bevor ihm etwas zustößt. Als größte Gefahr gilt der Straßenverkehr.
Sollte das Tier eingefangen werden, könnte es zunächst aufgepäppelt und später wieder ausgewildert werden. Im besten Fall findet das Luchsjunge jedoch selbstständig zu seiner Mutter zurück.
Das Landesamt für Umwelt rät bei Begegnungen mit einem Luchs zu einem ruhigen und respektvollen Verhalten. Kommt das Tier Menschen zu nahe, sollte man laut sprechen und gestikulieren. Sichtungen sollen dem Landesamt, dem zuständigen Landratsamt oder der Polizei gemeldet werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber