Wetter

RKI: Schon 15.800 Tote durch Hitze – jetzt alarmiert es

Schockierende RKI-Zahlen: Die Hitze forderte dieses Jahr schon Tausende Tote – deutlich mehr als in den Rekordsommern 2018/19.

27.08.2026, 08:42 Uhr

RKI: Bereits rund 15.800 Hitzetote in Deutschland bis Mitte August

Nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) sind in Deutschland in diesem Jahr bis zur Mitte des Augusts etwa 15.800 Menschen an den Folgen hoher Temperaturen gestorben. Allein auf die extreme Hitzewelle Ende Juni gehen demnach rund 9.600 Todesfälle zurück, wie aus dem aktuellen Wochenbericht hervorgeht. Für die ersten beiden Augustwochen veranschlagt das Institut weitere etwa 4.000 hitzebedingte Todesfälle. Berücksichtigt wurde der Zeitraum vom 6. April bis zum 16. August.

Damit liegt die Zahl der Hitzetoten 2024 deutlich über den Werten der vergangenen mindestens zehn Jahre. Die bislang höchsten vom RKI seit 2016 erfassten Zahlen stammten aus den Jahren 2018 mit rund 9.500 und 2019 mit etwa 7.600 Todesfällen. Dass ältere Angaben teils von den aktuellen Werten abweichen, erklärt das RKI damit, dass die Schätzungen monatlich neu berechnet werden – auch rückwirkend für frühere Jahre.

Möglicherweise noch höhere Gesamtzahl

Nach Einschätzung des RKI handelt es sich bei den Angaben eher um vorsichtige Schätzungen. Die tatsächliche Zahl könnte also noch höher ausfallen. Der medizinische Geschäftsführer der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass viele hitzebedingte Todesfälle nicht direkt als solche dokumentiert würden, weil in Totenscheinen stattdessen etwa Organversagen vermerkt sei.

Wie das RKI erläutert, kann Hitze in einzelnen Fällen – etwa bei einem Hitzschlag – unmittelbar tödlich sein. Häufiger wirke sie jedoch zusammen mit bereits bestehenden Erkrankungen und erhöhe so das Sterberisiko.

Vor allem sehr alte Menschen betroffen

Besonders stark betroffen war die älteste Altersgruppe. Mehr als die Hälfte der diesjährigen Hitzetoten, rund 7.960 Menschen, war 85 Jahre oder älter. In der Gruppe der 75- bis 84-Jährigen starben etwa 3.900 Menschen, bei den 65- bis 74-Jährigen waren es rund 2.440. Etwa 1.470 Todesfälle entfielen auf Menschen unter 65 Jahren.

Insgesamt registrierte das RKI mehr hitzebedingte Todesfälle bei Frauen als bei Männern. Als Grund nennt das Institut den höheren Frauenanteil in den älteren Bevölkerungsgruppen.

Die Berechnungen stützen sich auf Sterbefalldaten des Statistischen Bundesamts. Zusätzlich fließen Messwerte von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ein.

Hohe Belastung vor allem im Südwesten

Im Verhältnis zur Einwohnerzahl gab es in diesem Jahr laut RKI besonders viele Hitzetote im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Für das Saarland werden rund 53 Todesfälle pro 100.000 Einwohner geschätzt, für Rheinland-Pfalz etwa 48. Überdurchschnittlich betroffen sind auch Hessen mit rund 35 sowie Baden-Württemberg mit etwa 32 Todesfällen pro 100.000 Einwohner.

Nach Angaben des RKI zeigt sich ein hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit typischerweise ab einer durchschnittlichen Wochenmitteltemperatur von 20 Grad. Dabei wird der Mittelwert aus Tages- und Nachttemperaturen einer Woche zugrunde gelegt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen