Reisen wegen extremer Hitze möglichst verschieben
Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen empfehlen, am Wochenende auf nicht dringend notwendige Fahrten im Fern- und Regionalverkehr zu verzichten. Nach Angaben der Bahn ist die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland durch die Rekordhitze stark belastet. Auch der Schienenverkehr leide unter den Extremtemperaturen. Zusätzlich warnt der Deutsche Wetterdienst vor Gewittern, Starkregen und Sturmböen.
Die bundeseigene Bahn erklärte, sie spreche diese Empfehlung gemeinsam mit anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen und Branchenorganisationen wie dem Bundesverband Schienennahverkehr aus. Reisende sollten heute und morgen nur dann fahren, wenn die Fahrt wirklich nötig ist.
National Express setzt fünf Linien zeitweise aus
Das private Bahnunternehmen National Express, das Regionalzüge in Nordrhein-Westfalen betreibt, will den Verkehr am Samstagnachmittag für sechs Stunden einstellen. Betroffen sind zwischen 13 und 19 Uhr fünf Linien, deren Züge auf dem gesamten Laufweg ausfallen sollen. Die Deutsche Bahn plant nach aktuellem Stand dagegen keine komplette Betriebspause.
Kostenfreie Stornierung für viele Fernverkehrstickets
Bereits zuvor hatte die Deutsche Bahn angekündigt, dass Fernverkehrstickets kostenfrei storniert werden können, wenn sie vor dem 23. Juni gekauft wurden. Das gilt für Reisen bis einschließlich Dienstag, 30. Juni.
Hitze belastet vor allem die Infrastruktur
Probleme mit Klimaanlagen in Fernzügen treten nach Bahnangaben wegen der deutlich verjüngten Flotte inzwischen seltener auf. Anfälliger ist dagegen die Infrastruktur: Weichen sowie Leit- und Sicherheitstechnik können durch anhaltend hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung beschädigt werden. Das kann auf dem ohnehin störanfälligen Netz zusätzliche Verspätungen und Ausfälle auslösen.
Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für Böschungsbrände, die ebenfalls Schäden verursachen können. Auch Starkregen, Gewitter und heftige Windböen können den Betrieb beeinträchtigen.
Schon im vergangenen Sommer hatte große Hitze im Juni und Juli zu Weichendefekten geführt, die Zugausfälle und Verspätungen nach sich zogen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber